Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 11 (August 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-08-01
- Page
- 612 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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612 Preßprozeß. haben, bringen mnß, und zwischen einen,, soit-öissnt, Wissenschaftlichen Blatte. (Der Präsident bringt nnn den vierten Anklagepunkt zur Sprache.) ״Der Literat, der die ״Kirchenzeitung" herausgibt, sucht seinen geschäftlichen Vortheil wie irgend ein anderer kiterarischer Industrieller. Die Juden sind ein kurrenter Artikel.... Herr Sebastian Brunner hat die Judenhetze zu seinem literarischen Industriezweig erwählt re." Herr Kuranda: In dieser Stelle soll die Beschuldigung des - Eigennutzes und der Gewinnsucht, als einer unehrenhaften Handlung liegen; allein es handelt sich hier ja um einen erlaubten Et-, gennutz, um eine erlaubte Gewinnsucht. Ich bin nicht genöthigt meinem Herrn Gegner als Schriftsteller — und ich habe von ihm immer nur als Schriftsteller gesprochen — einen höhern, idealeren Charakter als mir selbst betzulegen. Dr. Brunner gibt eine Zeitschrift heraus, welche auf ihrem Titel den Pränumerationspreis für das ganze Jahr mit 9 st. an der Spitze trägt; ich habe niemals gelesen, daß die ״Kirchenzeitung" weggeschenkt wird. Zu jedem Quartal kündigt De. Brunner, wie jeder andere Redakteur, sein Blatt an; ich muß daher annehmen, daß er seine Zeitschrift wieder jeder andere Schriftsteller herausgibt. Ich darf sogar annehmen, daß die ״Kirchenzeitung" kein schlechtes ״Geschäft" ist, indem sie 9 st. trägt für einen oder zwei Bogen wöchentlich, wofür manche andere Blätter jeden Tag einen riesigen Bogen liefern. Ich sehe nicht ein, warum Dr. Brunner beansprucht, daß seine schriftstellerische Thättgkeit von einer hoher״ Idealität sei, als die eines jeden Andern. Die ״Kirchenzeitung" ist eben so gut ein industrielles Unteruehmen, wie jede andere und hat kein Recht, eine Ausnahme zu machen. vr. Brunner: Der Verleger der ״Kirchenzeitung" ist Herr Greß, von diesem habe ich ein Honorar. Aber ich kann sagen, daß ich die ״Kirchenzeitung" wiederholt auszugeben gesonnen war, und nur in Folge eines höheren Auftrages, der mir gekommen ist, sie fortsetze. Wenn ich eine lukrative Schriftstellerei treiben wollte, so ließe ich die ״Kirchenzeitung" heute aufhören. Manz gibt mir für einen Jahrgang meiner Predigten 1000 fl. Da sitze ich zu Hause bei meinem Tische, schreibe nach meiner Muße und habe mich mit