Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 587

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Aw
Date
1860-08-01
Page
587 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2932754-2932877-2932889-2945015--05846-2945053
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Zion der Zukunft unb die heutige Reform. 587 wachsen und diese schafft Milde und Recht aus Erden. In jenen Tagen wird Juda geholfen und Jerusalem ruht sicher und so wird man.sie nennen: Gott unsere Gerechtigkeit. Denn so hat Gott gesprochen: Es wird vom David nicht aufhörcn ein Mann, welcher sitzet auf dem Throne des Hauses Jtsrael, und von den Priestern, den Leviten, wird nicht aushvren ein Mann vor mir, der Ganzopfer bringt und Mehlopser aufdampsen läßt und Schlachtopfer vollzieht alle Tage." Ist nicht sofort entweder alles dies Lüge, — Gott hat dies nicht gesprochen — oder es ist die frechste Anmaßung, die nur die Dummheit zu entschuldigen vermag, solchen GottesauSsprüchen gegenüber die Wiederherstellung des Davtdischen Reiches und die Wiederherstellung des Opferkultus zu Jerusalem aus den Nationalgebeten des jüdischen Volkes zu streichen —?! ״Blutiger" Opferkultus zu Zion! Auch dem blödesten Auge ist es klar, daß es blutige Opfer, d. h. Opfer, bei welchen ״Blut" in einer Weise auftritt, daß sich davor das reine milde Menschengemüth mit Abscheu und Entsetzen abwendet, daß ״blutige^ Opfer das Judenthum nie gekannt, und daß nur der, dem daran liegt die Gemüther seiner Zeitgenossen mit Verachtung und Ekel gegen das Judenthum in seiner ganzen Vergangenheit zu erfüllen, dieses brandmarkende Epitheton auf den heiligsten Mittel- Punkt jüdischer Erinnerungen und auf die heiligste Zielhöhe jüdischer Hoffnungen zu schleudern vermöchte. Vielmehr, wer auch nur mit dem geringsten Nachdenken das Gotteswort liest, liest, wie gerade in Momenten, deren ernstester Ernst oder deren beseligendste, begeisterndste Bedeutung die tiefste Ergreifung, Umwandlung, Erbebung und Hingebung des Menschen von innen heraus fordert, und wo wir das Wort in seiner mächtigsten Anwendung erwarteten, Gottes Wort das Wort — als zu schwach — verschmäht und dafür Opfer und nichts als Opfer setzt — man denke nur an den Moment der Nationalgeburt in der ägyptischen Erlösungsnacht, an die Nationalconsirmation auf das Gesetz am Tage nach der Gesetzgebung, an die Einweihung des Tempels, an die Jnstallirnng der Priester, an die Jnstallirnng der Leviten, an die Promulgirung des göttlichen Gesetzes als Landesgesetz beim Eintritt in das heilige Land am Jordan, an die Nationalseter der Feste im

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.