Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1860)
- Article
- Einiges aus dem jüdischen Lehrerleben im Herzogthum Nassau
- Date
- 1860-06-01
- Page
- 494 (sequence 2)
- Language
- German
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494 Einiges aus dem jüd. Lehrerlsben im Herzogthum Nassau. des in Bad-Ems, früher in Langcnschwalbach wohnenden Bezirks-! Rabbtnen Hrn. Dr. Hochstüdtcr ist cs zn verdanken, daß in dem | von ihm seit Jahren errichteten jüdischen Seminare für Heranbil- I düng ordentlicher Lehrer Sorge getragen ist. Da laut Regierungsi aesetz vom Jahre 1842 kein Lehrer mchr ohne vorher abgelegte Prüfung angestellt werden durfte, so mußte mau, trotz dem Viele j; sich durch eigenen Fleiß und Ausdauer zu der verlangten Stufe s emporschwangen und, gelegentlich sei cs gesagt, heute noch von ihrer j segensreichen Thatigkeit Zeugniß ablegen, bei dem noch immer Herr- >, sch ende» Mangel auf Mittel und Wege sinnen, wie man den gerechten Anforderungen des Gesetzes Rechnung tragen könne. Das Bedürfnis) einer Anstalt wurde daher um so dringender empfunden und bewog dies Hrn. vr. H., das erwähnte Seminar zu gründen. Dasselbe, Anfangs privatim, zog bald die Aufmerksamkeit der Rei: grcrnng auf sich und nahm es dieselbe insofern in ihren Schutz, s als sic es förmlich anerkannte und ihm, wenn wir nicht irren, eine s jährliche Subvention zusicherte. f Mit Freuden wurde mit dem Erscheinen des erwähnten Gesetzes in> Jahre 1842 von dem Lehrerstande diese neue Aera begrüßt. Dieses in seinen Folgen so wichtige Gesetz brachte auch für de» bisher ganz der Willkür der Gemeinde preisgegebenen Lehrer die wesentliche Bestimmung, daß derselbe von nun an von der Rei gierung abhängc, d. h. daß der mit dem Vorstände Namens der s Gemeinde geschlossene Vertrag der höhen! Genehmigung bedürfe und die Bedingung einer, anders als durch Wohlverhalten, bet stimmten Austellungszeit nicht mehr enthalten solle. Dies verfehlte nicht den frohesten Hoffnungen Raum zu geben. Brauchte doch der, früher seiner Stellung nicht sichere, Lehrer nicht mehr zu befürchte», von jedem leisen Windstöße wcggeweht zu werden; konnte er sich s ׳doch insofern unbesorgt der Zukunft überlassen, daß er, unter der l Aufsicht der Regierung, öffentliche Anerkennung für seine Leistungen finden und gleiche Achtung mit seinen christlichen College» genießen!vcrdel Frendigst strömten Jünglinge aus allen Thetlen des Landes - um sich dem zu so vielen Hoffnungen berechtigenden Stande zu widmen. Ader wie wurden ihre, wie sie einsahen, nur zu illusori-! scheu, Erwartungen so bald enttäuscht! Wie wurde das Bild der;