Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1860)
- Article
- Siwan
- Date
- 1860-06-01
- Page
- 462 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932877-2932887-2944786--05660-2944835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
462 ’ Siwair. Maß des Besitzes, und nicht seinen Lebensfrieden von der mehr oder minder befriedigten Genusses-Lust abhängig machen. ד' אלדיו gegenüber, der אנכי zu ihm spricht, wird ihm die Freude und der Schmerz nicht aus der Gewährung und Versagung, sondern aus dem Bewußtsein gelöster oder verscherzter Pflicht mit dem Gewährten oder Versagten erblühen. Eine Aufgabe wird ihm das Leben, ein fortlaufender Gottes-Dienst, Entsagen und Genießen, Beides verbindet ihn mit Gott, in Betdem sieht er nur ein Glück, eine Freude: das Wohlgefallen seines Herrn und Meisters, — ד׳ אלדיו gegenüber wird ihm jedes dem Nächsten verliehene Gut ein heiliges Gottescigenthum, jede dem Nächsten erblühende Freude ein heiliger Gottessegeu, auf die er mit Achtung und neidloser, Gott verehrender Gesinnung blickt, — ד' אלדיו gegenüber wird jeder mitwallender Erdensvhn רעהו, gleich ihm von dem einen Weltenhirten aus der Weide seiner Huth geführtes und gepflegtes Bruderwescn — ר׳ אלריו gegenüber weicht nicht nur jede lieblose That, jedes lieblose Wort, ד' אלדיו gegenüber erstirbt jeder lieblose Gedanke, jede lieblose Regung im Entstehen — und so ist לא תחמוד der letzte Ring des Kreises, der auch die Gestaltungen der bürgerlichen Wohlfahrt in ihrem tiefen Grunde wieder an den ersten Ring des Gottgedankens, an אנבי knüpft — Und wir wollen uns wundern, daß eine solche Offenbarung die sofort in ihren ersten Grundzügen sich nicht als Lehre, sondern als Gesetz ankündigt, und zwar als ein Gesetz, daß den ganzen Menschen in seiner ganzen Innerlichkeit und in seiner ganzen äußern Lebenserscheiuung erfassen und durchdringen, alles Innerliche sich in äußere That hinausleben, alles Aeußere in dem tiefsten Grunde der Innerlichkeit wurzeln lassen will, daß nun eine solche Offenbarung als ihre erste Vorbedingung קידוש, Heiligung, Bereitstclluug des ganzen Wesens fordert und für diese vorbereitende Heiligung selbst sofort auch den sinnlichen Ausdruck — כיבוס — und Entsagung und Selbstbeherrschung fordernde That — פרישה — gebietet, und daß sic ganz besonders noch hervorhebt, daß הכד,מם הנגשים אל ר׳ יתקרשו, daß insbesondere auch die Priester -- ehe sie daran denken das Volk zu heiligen — auf ihre Selbstheiligung bcdacht nehmen, au ihrer Sclbstheiliguug arbeiten müssen? — Denn nur indem sic sich selbst dem göttlichen Gesetze in erster Linie be-