Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1860)
- Article
- Die Eröffnung des Congresses durch einen Juden
- Date
- 1860-05-01
- Page
- 438 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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488 Die Eröffnung fee« Congresse« durch einen Jufeen. so reichen Institutionen hat sich dein Schutz, o Herr, sichtlich offenbart. Es war deine mächtige Hand, die die Gemeinde dieses Staates schirmte in dem langen, gefahrvollen Kampfe des Rechtes gegen die Macht. Es war eine Eingebung deiner Weisheit, als sie diesen Congreß gründeten mit der Bestimmung Das zu sein, was für die Stämme Israels dein Tempel mit den Urim und Thumim — den Symbolen des Rechts und der Billigkeit — einst sein sollte: das Herz der gesammten Nation, wo die Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche Aller erkannt würben von Allen und geachtet von Allen, auf daß die Vereinigung Kraft erzeuge und die Etntrach t Schritt halte mit dem Glücke. ״O Herr, die gewöhnliche Lebenszeit eines Menschen ist kaum verstrichen, seit diese Constitution in Kraft trat, und unter ihren Auspieien ist unser Vaterland aus einem schwachen und armen zu einem reichen und mächtigen Staate geworden, der schon seinen Platz einnimmt unter den mächtigsten — und du, o Gott, mögest an ihm in Erfüllung gehen lassen, die gnadenreiche Verheißung an dein auserkorenes Volk: vobvtllirobk säonsi letcbah, der Herr möge dich auszeichnen zum Guten. ״Höchster Lenker des Weltalls! Viele Tage und viele Wochen sind verstrichen, seit deine Dienern unser Repräsentanten, zuerst in diesen Räumen zusammentraten; sie sind jedoch noch nicht im Stande gewesen ihr Haus zu organisiren. Du, der du den Frieden schaffest in den Himmeln der Höhe, lenke du heute ihre Geister, daß sie einstimmig sich vereinigen in der Wahl des Mannes, der, ohne Furcht und ohne Begünstigung, in dieser Versammlung den Vorsitz zu sührenhat. Zu diefemZweckebescele sie, allgütiger Vater, mit deinem ,Geiste, dem Geiste der Weisheit und der Einsicht, dem Geiste des Rathschlusses und der Liebe, dem Geiste der Erkenntniß und der Gottesfurcht. — Gewähre es, o Vater, daß inmitten des Kampfes widerstreitender Interessen und Meinungen deine Gnade sie leite, auf daß ein Jeder und Alle innehalten mögen die gerade Richtung ihres Weges innehalten — des Weges der Mäßigung und der Billigkeit; daß sie sprechen und handeln und ihre gesetzgebende Thätigkeit vollbringen zu deinem Ruhme und zum Glücke unseres Landes; so daß