Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1860)
- Article
- Ijar
- Date
- 1860-05-01
- Page
- 414 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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414 3Jsr. tung, ihre Freiheit und Gesittung untergrabend, in ewige Klammern schmiedete, und sich ״Gerechtigkeit und Gottesordnung" nannte? Sahen sie da nicht, horten sie da nicht, wie cs der Prophet nennt, ״ ,קול שאון מעיר קול מהיכל קול ד׳ משלם גמול לאויביוben UnheilSrus ■ben'י ®'ta&teit,׳ beitlln^eitöruf aus den Tempeln, den Ruf Gottes Ser seinen Feinden Vergeltung zahlte?" Waren sie denn nicht trotz Allem, in den engen Gebieten, in die man sie einpferchte, eben durch diese, sie von den dem Genius der Menschheit wahrlich nicht beneideuswerthen Verhältnissen ihrer Verfolger absondernden Einpferchung, waren sie nicht in dieser und durch dieselbe, vermittelst aller der großen und heiligen, von Gott gewährten und mit seinem Gnadenfitttg geschirmten Guter, die man ihnen Widerwillen lassen mußte, an die die Hand ihrer Henker nicht hinan reichte und auch in verachtendem Blödsinn nicht hinanreichen wollte, waren! sie nicht in dieser weisen Umschränkung trotz Allem freier und glücklicher als ihre Dränger, vielleicht — mitten in allem Jammer — das einzige freie und glückliche Volk auf Erden? Sie hatten in ihren innern Verhältnissen und Angelegenheiten schon längst die Güter alle und genossen ihren Segen, um welche unter Wehen und Kämpfen, noch heute die endlich wachwerdende Menschheit zur Heilung ihrer eiternden Wunden ringt. Eine völlige Gleichheit und Brüderlichkeit, in welcher der Aermste dem Reichsten ebenbürtig zur Seite trat und keinen Adel aber auch keine Leibeigenschaft kannte, — eine Autonomie der Gemeinden, die alle Autorität aus dem Schooße der Gemeinde hervorgehe» und die freie Gemeinde nur unter das, Allen gleich, gebietende Gesetz stehen ließ, — eine Association freier Wohlthätigkeitsvereiue die der ComMunnlwohlthätigkcit subsidiarisch zur Seite trat und, das Werk der Menschenliebe mit freier Hingebung vollendend, kein Proletariat in den Judengassen anfkommen ließ, — , eine Gerichtsbarkeit — so lange man ihnen das Din Thora ließ — die nichts wußte von endlosen, die Parthrien sammt ihrem Bermögen verschlingenden Processen, die vielmehr das Recht Allen gleich zugänglich machte und die größten Rechtshändel fast kostenlos rasch und gerecht entschied, — und dazu nun ein Kamilenleben, das mit feiner Innigkeit den Menschen durch den Menschen beglückte, und eine Literatur, die den Geist wissenschaftlichen Strebens zum Ge-