Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 7 (April 1860)
- Article
- Berlin [Nachricht]
- Date
- 1860-04-01
- Page
- 398 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(Bravo!) — Brüggemann: Er habe alle Phasen der Verfassungö-Entwickelung mit ourchgemacht und er müsse bezeugen, daß es außer allem Zweifel sei, daß die betreffenden Artikel der Versaffung obligatorisch und demgemäß die jetzige Stellung der Regterung eine durchaus correcte. Im klebrigen werde er dennoch für das Amendement v. Zander stimmen, weil er eine gesetzliche Regultrung der Frage, zu welchem öffentlichen Amte ein Jude getangen könne und zu welchem nicht, im allgemeinen Jntereffe für durchaus nvthig halte. —v. Senfft-Pilsach: Es sei ein ״Grundrecht" des preußischen Volks, unter keiner jüdischen Obrigkeit zu stehen. Gehe es so weiter, wie der Minister des Innern es wolle, dann werde es schlecht mit Preußen stehen. Die Juden seien Fremde bet uns; wie oft seien ste ans Preußen nicht fortgejagt worden! Jetzt handle es sich, im Gegensätze dazu, um eine Bevorzugung des Judenthums und um eine Hintansetzung des Christenthums. Und dabet bedenke man die Macht des Capitals und die meisten Millionärcn seien Juden! Also hüte man sich! (Große Heitetkeit begleitet den Vortrag des Redners.) Was die Staatsregiernng hier wolle, schließt er endlich, sei ein dtrecter Angriff auf das Christcnthum. — v. Med ing: Wie Graf Arnim, so müsse auch er bemerken, daß er sich im Staatsrathe nie im Sinne der Stellung der gegenwärttgen Regierung ausgesprochen habe. Man kommt nun zur Abstimmung. Hinsichtlich des TheilnahmSrcchts der Juden an den kreisständischen Rechten ist Ueberwcisung der Petition zur Abhülfc an die Staatsregiernng beantragt, weil sie sich in dieser Angelegenheit mit den bestehenden Gesetzen, ״fortgesetzt" im Widerspruch definde. Hinsichtlich der Zulassung der Juden zu obrigkeitlichen Aemter» ist derselbe Antrag, jedoch mit Auslassung des Wortes ״fortgesetzt", gestellt. Der Referent Dr. v. Daniels tritt nochmals für die Commissions-Anträge in die Schranken; während dessen wird das hohe Hans so ungeduldig, daß plötzlich gar wunderbare Töne, mit Gelächter untermischt, laut werden. Am Schluffe ertont höhnisches Bravo. Der erste Theil deS Commissions-Antrags bis ״zur Abhülfe zu überweisen" wird angenommen; über den zweiten Theil, welcher das von der Commissiou vorgeschlagenc Mißtrauensvotum gegen die Regierung enthält, (״weil sie sich in dieser Angelegenheit" :c.), wird namentlich abgestimmt. Dieser zweite Theil wird mit 55 gegen 51 Stimmen angenommen. Das Amendement v. Zander fällt. Prag 23. März. Der hiesige Leihbibliothekbcsitzer und Anttquarbuchhändler Adolph Kur and a, Bruder des Publicisten, hat die Concession zur Errichtung einer Buchhandlung erhalten. Er