Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 7 (April 1860)
- Article
- Augensprache
- Date
- 1860-04-01
- Page
- 381 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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381 B«n vr. B. Placzek. Eine Thränenwolke leget Trüb sich um daS Angeber Mutter, Wenn sie peinlich tiefbeweget Sieht ihr Kind so matt sich quälend. Schnell gefaßt ersinnt jedoch Sie ein Wundermittel noch, Um zu mildern ihm sein Elend: Eilig muß der Nebel fliehen; Und sie winkt — im Nu erblühen An der blauen HimmelSslur Blanke Sternenlilien! Heftet Jener am Azur Nun den gramgekränkten Blick Suchend stumme Tröstungen Für sein herbes Mißgeschick: Dann mag allgemach entrücken Ihn der Zweifel scharfem Nagen Dieser Htmmelsltlien Nicken: Denn sie scheinen ihm!zu sagen: ״Denke nicht du sei'st allein Mit dem Schmerze mit der Pein; Weil die Brüder Dein vergaßen, Und in Nöthen Dich verlassen. Jenes Wesen, dessen Hand Uns an zarten Fäden lenkt Und an seinem Weltenrand Uns den ew'gen Frühling schenkt; Jenes Wesen, dessen Vorsicht Weise Euch hat zugewandt Unsrer Blumenkelche Schimmer, Leitet auch der Menschen Schritte Wachend über ihre Tritte, Und vergißt auch Deiner nimmer — Denn der Allerbarmer misst Einem Jedem zu sein Thctl Bon dem allgemeinen Heil;