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Jeschurun · 1860-04-01 · Heft 7 (April 1860) · p. 358

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 7 (April 1860)
Article
Die Juden in Spanien und ihre jüngsten Geschichtschreiber
Date
1860-04-01
Page
358 (sequence 7)
Language
German
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358 Die Juden in Spanien und ihre jüngsten Geschichtschreiber. sich Keiner an ihrem Eigenthum vergreisen. Schon recht, antwortet de los Nios; der. Schein, spricht für die Juden; bedenkt aber, daß die Juden den ganzen spanischen Handel in Händen hatten, während die Christen gegen die Ungläubigen fochten, bei welchem Geschäfte sie aber keine Schatze sammelten». Fehlte es diesen nun an Geld — und. daran fehlte es hier nur zu oft -- und wußten sie nicht, woher welches nehmen, so wandten sie sich an die Juden, die anfangs Schwierigkeiten machten, zuletzt aber sich willig fanden, gegen starke Zinsen de» Beutel aufzuthun. Waren sie nun nicht strafbar, daß sie, die Noth der Christen mißbrauchend, sich durch Wucher ihren Säckel füllten? Freilich führten diese zu ihrer Rechtfertigung au, daß ihnen, von allen Aemtern und einträglichen Gewerben ausgeschlossen, keine andere Unterhaltungsqnclle übrig blieb; daß die Wucherziusen einen Theil der Sünden, die. ihnen die Könige abgestreckt hatten, wieder in ihre Koffer zurückleiteten; daß sie endlich bei einem so hohe» Zinssatz kaum auf die Rückerstattung des Kapitals rechnen durften. Ein Darlchn unter so nnerschwinglichcn Bedingungen brachte die Schuldner in die drückenste Klemme, ans der sie sich, so gut es ging, zu ziehen suchten. Das einfachste, schnellste und bequemste Mittel war, eine Meuterei, eine» Aufruhr auzuschüren; unter dem Toben des, rasenden Pöbels, brach man in die Häuser der Juden, schlug die Gläubiger todt, zerriß,die Schuldscheine und die Rechnungsbücher und nahm mit,, was man nur sortbringen konnte. Und ein Vorwand zu solchem Tumulte war leicht , gefunden. In dem Gemetzel zu Toledp, worin 10,000 Juden das Leben verloren, beschuldigte man sie, am Charfrettag ein Ehrtstenkind gekreuzigt zu haben, um die kirchlichen Bräuche zu perhöhnen. Eine ähnliche Anklage führte in Sepulveda (1468) blutige Auftritte herbei. Iß die Thalsache, die der Schlächterei zum. Vorwände diente, erwiesen? Mitnichten, das räumt de los Nios ein; allein, mit dem unerschütterlichen kalten Blute, das ihn nie verläßt, wirft er im Vorbeigeher! folgende Bemerkung hin; ״Das ist . ja Thatsache; Wahrheit oder Vorwand, genug, sie verbreitete, sich rasch und erschien in den Augen der Menge als ein, entsetzliches Verbrechen. Oh..erdichtet, ob wirklich,, das Gerücht kam in Umlauf .und. verstärkte alle Verdächtigungen." Wen durchschauert es nicht bet dieser eisigen Unparteilichkeit? ....

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