Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 7 (April 1860)
- Article
- Die Juden in Spanien und ihre jüngsten Geschichtschreiber
- Date
- 1860-04-01
- Page
- 354 (sequence 3)
- Language
- German
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354 Die Juden in Spanien und ihre jüngsten Geschichtschreiber. } hauptet nicht mit den Sophisten, daß die Macht niemals Unrecht j hat; er ist stets aus der Seite der Humanität und der Moral und - opfert der Wahrheit die religiösen, nationalen und stammangebore-! neu Vorurthetle: ein Opfer, ebenso selten wie verdienstvoll. Geben wir, zu Beleg dessen, eine Skizze aus dem Schlußworte i mit des Verfassers eignen Worten:; ״Nach der Zerstörung Jerusalems suchten zahlreiche Juden ij eine Zuflucht in Spanien und lebten hier unangefochten. Später!s wurden sie durch ungünstige Beschlüsse des ersten Concils von El- J vira in ihrer Ruhe gestört; allein die Invasion der Gothen schützte j sie vor neuen Plackereien. Die Ruhe dauerte so lange, als die! Westgothen Arianer blieben; sobald sie aber katholisch wurden, begannen die Verfolgungen von neuem: die Könige und die Concilien quälten sie um die Wette. Durch grausame Gesetze aufs Aeußerste ׳ gebracht, reichten die Juden den Arabern die Hand; diese verjagten j die Gothen und belohnten ihre Bundesgenossen durch die Freiheit, 1 die sie ihnen gewährten. Das war ihre Blüthezeit. Toledo und ß Cordova wurden Herde der Wissenschaft und blühende Universitäten, zu deren Glanz die Juden reichlich beisteuerten. Indessen gewannen ij die Christen langsam den vaterländischen Boden wieder, und jeder iß zurückeroberte Fußbreit war durch neue Verfolgungen gezeichnet, ß Die Juden waren ihren Verfolgern um so verhaßter, als diese zuf| gleich ihre Schuldner waren! daher so viele Todtschläge und Mezi s zeleien, von den unehelichen Gläubigern angezettelt. Der Zustand ff der Hebräer wurde unerträglich und konnte nur durch den Reltjf gionswechsel erleichtert werden; daher rührten die vielen Bekehrun- If gen, besonders tu Folge eines berühmt gewordenen ReligtonsgesprächS i zwischen den spanischen Rabbinern und Geronimo de Santa-Fö *)! in Gegenwart des Gegenpapstes Benedikt XIII. ... if ״Ferdinand V., der Katholische, in kostspielige Kriege verwickelt, jj die seine Hülfsqueke erschöpften, kam auf den Gedanken, das Ini i U! *) Als Jude hieß er: Josua Hallorri, und wurde nach seinem Uebertritt ein ־j blutiger Verfolger seiner ftühern Glaubensgenossen. Den ausführlichen Disput ent- 1 faltet Schewet-Jehuda, von S. Virga, (Ausgabe des Dr. Wiener) S. 68 ff.;1