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Jeschurun · 1860-04-01 · Heft 7 (April 1860) · p. 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 7 (April 1860)
Article
Nissan
Date
1860-04-01
Page
345 (sequence 7)
Language
German
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Einige Blicks in Israels Magna Charta. 245 seinen Eltern schuldet. Nicht umsonst ist FamilienreinheiL eine so wesentliche Vorbedingung der jüdischen Nationalerrtwickelmrg, nicht umsonst war sie — לא גלו עי־יוח — das erste Verdienst, das Israel der Erlösung und der Erwählung zu seiner großen Weltgeschichtlichen Aufgabe würdig machte. Wenn לא שנו שמם ולשונם, wenn ste mitten unter den herbsten Geschicken das Bewußtsein ihrer etgenthümlichen Sendung und den in ihrer Sprache sich vererbenden Schatz eigenthümlicher Weltanschauung und Begriffe nicht verloren: war das durch andere Tugend zu erreichen als durch keusche Reinheit der Geschlechter, anders, als daß kein Jude nur so dem Ungefähr in die Arme geworfen und dem Zufall als Wegevater übergeben worden, sondern daß jeder jüdischen Menschcnsprosse ein Vater und eine Mutter da standen, die in vereinter Liede dem werdenden Juden auf ihrem Schooße und dem heranreifenden Juden in ihrem Umgänge ln Beispiel und Wort alle die Eindrücke und Btldmrgseiuflusse brachten, die die Erztehung nur geistig und sittlich vollenden lassen, was die Zeugung und Geburt leiblich begonnen? Und wenn das ganze Judenthum darauf gebaut ist, daß jeder Jude für eine bestimmte Lebensauf--- gäbe geboren, für diese bestimmte Lebensaufgabe erzogen und dieses geistige Erde gottgevffenbartm Lebensberufes von Geschlecht zu Geschlecht überliefert werde: kann dieses Judeuthum zur Wahrheit und Verwirklichung kommen wen;: bas Kind — die Sprosse des werdenden Geschlechtes — keinen Vater hat,, der ihm das geistige jüdtjche Erbe übergibt, und kein Haus hat, in welchem es in der bildenden Atmosphäre des reinen jüdischen Lebens für diestZ geistige Erbe heranblüu? Aus einem Hause stammen und ein Haus baue!: — בית אמת ובית — das umfaßt daher alles Glück und alle hinie'sige Seligkeit und den ganzen sittlichen Berus des Juden — und nicht des Menschen auch? Und ist nicht eben so auch Grundbedingung der Wohlfahrt und der sittlichen Vollendung der Nationen? Nicht auch ebenso Vorbedingung für alle Hoffnungen der Menschheit? O, daß überall wo über Volkerglück und National- Wohlfahrt, über Gesittung und Bildung der Völker, über Heil und Frieden der Menschen und der Menschheit berathen wird, o, daß sie herschauten auf dieses erste Blatt der großen, von Gott verlie-

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