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Jeschurun · 1860-03-01 · Heft 6 (März 1860) · p. 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 6 (März 1860)
Article
Jüdische Belletristik [Rezension]
Date
1860-03-01
Page
328 (sequence 2)
Language
German
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328 Jüdische Belletristik. liothek zu Hunderten aufznwetscn hat; trotzdem muß ihr eine gewisse Bedeutung zugestanden werden — weil sie ihre Besitzer nach den Tausenden des Instituts zur Förderung jüdischer Literatur zählt. Eine solche Verbreitung allein ist eine nicht gar zu gering anzuschlagende Bedeutung; kommen dann noch Anpreisungen und Lobeserhebungen, die nicht genug von dem jüdischen Geiste, der das Ganze belebt, zu erzählen wissen, und wird selbst von erfahrenen Kritikern die ethisch religiöse Grundlage derselben hervorgehoben; so wird es nicht für unangemessen angesehen werden, diese ethisch religiöse Grundlage durch einige Schlaglichter zu erhellen. Man braucht eben nicht einer orthodoxen oder hyperorthodoxen Richtung zu huldigen, um Herzensergießungcn, wie ich sie mitgetheilt und wie sie überall sich zeigen, wo nur dem Autor Gelegenheit gereicht wird sie ausznlassen, mit bedauerlichem Lächeln zu bctrachten. Nur zu beklagen ist es, daß auch diese Novelle in die Reihe derer gehört, die den Sinn für Frömmigkeit erregen, die die Psiugschaar bilden sollen, das Herz der Jugend für die religiöse Saat empfänglich zu machen. — Um dem Leser auch eine jener Carrtkaturcn vorzusühren, zu denen die Personen hier zusammenschrumpfen, wähle ich gleich aus dem folgenden Capitel ״Einige Personen" Rabb. Hirsch Strntzberger. Er galt für den ersten Talmudgelehrten der ganzen Umgegend, wurde als Leuchte des Gesetzes gepriesen und es war Grund genug den ganzen Groll unsres Autors auf sich zu ziehen. Wir treffen ihn bei heiliger Beschäftigung, beim Aufbau der Succah; eine ärmlich gekleidete Frau tritt zu ihm ein Päckchen in der Hand, in welchem — ein Sterbehemd lag. ״Ich kann Euch wie gesagt, sprach zu ihr der Strutzberger ich kann Euch bei meinem Leben nicht mehr als zwei Gulden auf den Kittel borgen. Das Weib sah ihn betrübt an: Gott erbarme sich uns und habe ich nicht von Jahr zu Jahr gehofft, es soll uns besser gehen und ich soll den Kittel im Hause behalten. Weiß Er nicht, daß mein Mann, Gott sei es geklagt, schon fünf Jahre an dem Knieschwamm liegt und keine Hülfe finden kann. Jetzt ist doch die Noth am Größten, der Festtag kommt, die Kinderchen möchten auch gern eine Sukka bauen und cs fehlt an Allem im Hause, drum sei Rabb. Hirsch nicht hartherzig und borge mir wieder drei Gul-

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