Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Schewat
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 228 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Schewat. 2Ä8 dem Duste deS allgemeinen Wohlbehagens, wer gelobte sich'S nicht, nicht zumckzubleiben hinter dem bescheidensten Strauch, hinter dem geringste» Halm, wer gelobte sich's nicht auch seinerseits allen Mühen und Beschwerden, allen Stürmen und Prüfungen willig sich hinzugehen, um nur auch von seiner Sonne sich wecken, um nur auch sich zu einem Mitzähler im allgemeinen Leben der Wohlfahrt und des Gedeihens entfalten zu lassen! ״Mitzähler?" Wer zählt mit im allgemeinen Menschenkreise, wer im jüdischen Kreise mit? "!״ונתנו איש heißt unser Menschenfrühltng weckendes Wort, ״Jeder, der pflichtbewußt spendet!" Jeder, der nicht für sich ist, der den Werth und die Bedeutung des eigenen Daseins nur in der Wohlfahrt und der Freude Anderer findet! Dieses ״pflichtbewußt für Andere sein" macht den Menschen, macht den Juden. Wohl ist auch von dem Menschen abwärts bis zum verlorensten Stäubchen nichts blos für sich da, zum Wohlsein des Ganzen zählt selbst das Kleinste mit und das Wohlsein des Kleinsten ist Mitprvdukt des zusammenwirkenden Ganzen. Aber unbewußt, jedenfalls nicht aus Pflichtbewußtsein trägt Jedes das Andere und jedes Andere Jedes. Zunächst nur Sich, Selbsterhaltung, Selbstbefriedigung, Selbstvcrtheidigung will Jedes. Wo Bewußtsein ausdämmert, da ist Egoismus die stärkste, ja fast die einzige Triebfeder, der stärkste, ja fast der einzige Hebel aller Strebungen und Bewegungen, und es ist nur der große allmächtige Einheitsgedanke des Einen Einzigen Schöpfers, Ordners und Herrn, 'צבאו, der die Millionen Einzelbestrebungen alle zu Einem großen Werke allsettigen Gedeihens und Lebens einet und jedes, selbst das mächtigste, selbstsüchtigste Begehren unbeabsichtigt, ja unbewußt mitwirkende Ursache des Heiles des Nachbars sein läßt. Wahrhaft ״für Andere sein" beginnt nur mit dem freien Menschen. Uebung in ״Verzichten und Leisten zur Wohlfahrt und Zufriedenheit Anderer" heißt Erziehnng zur Sittlichkeit, und ״freudige, selbstvergessene Hingebung seines ganzen Wesensund seines ganzen Strebens" ist das Ideal des Jndenthums. Seht das jüdische Kind! Das Gepräge zum Höchsten empfängt es sofort an der Wiege seines Bewußtseins! Ist das Haus, in dem es zum Bewußtsein erwacht, ein jüdisches, so ist die ganze Atmosphäre, die es umfängt, von Einem Gedanken erfüllt, und