Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1860-01-01 · Heft 4 (Januar 1860) · p. 202

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 4 (Januar 1860)
Article
Worte bei der Schulfeier der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M.
Date
1860-01-01
Page
202 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932877-2932882-2944320--05285-2944372
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

202 Worte, gesprochen bei der Schillerfeier überlassen. Das auch ferner, meine jungen Freunde und Freunbinnen, möget Ihr an einem solchen Tage beherzigen, wieviel ein Mensch vermag, wenn er dem Geistigen und Sittlichen seine Gedanken und Kräfte zuwendet, und wie selbst ein einzelner Mensch/ — ohne Geld und Gut — rein nur durch seine geistige Begabung und den sittlichen Adel seiner Seele eine ganze Welt so erfreuen und beglücken kann, daß noch nach einem Zahrhnndert eine ganze Nation aufsteht und sich mit lautem Jubel freut, daß ein solcher Mensch unter ihnen gelebt und gelehrt, gedacht und gesungen. Das, das möchten wir lernen, und möchten uns üben, frühzeitig üben, Jeder in seinem kleinen Kreise, so recht tüchtig und wacker zu werden, daß, wenn auch einmal nicht die ganze Welt aufstehen und sich freuen und unserer noch nach Jahrhunderten gedenken wird, doch der kleine Kreis, in dem wir leben und dem wir angchvren werden mit unserem Denken, Streben, Fühlen und Wirken, noch lange, lange nach uns aufstehe und Gott preise, daß er den Ihn verehrenden Sterblichen Anthcil an seiner Weisheit gegeben und dem Menschen ein so großes Feld des Menschen bcglückenden Strebens geöffnet hat, an dem wir Alle, Alle thcilnehmen können und sollen. So werde dieser Tag denn ein Tag der Erhebung für Groß und Klein. Als Söhne des seiner eigenen Sendung sich bewußten Judenthums wollen wir den Tag mit doppelter Innigkeit feiern und uns des Gedankens freuen, daß, was Einer der ältesten Sanger unserer jüdischen Lieder fingt, noch heute eine Wahrheit bleibt. אזכיר רהב ובבל וגו׳ זה ילר שם ולציון יאמר איש ואיש יולד בה וגו׳ ד׳ יספר בכחב יעטים זה ילד שם סלה, ושרים בהוללים כל מעיני בך Wenn Gott die Namen der Völker verzeichnet in's Buch der Geschichte, so zählt er die unter ihnen geborenen Größen :זה ילד שם, dort ist der geboren, — in Marbach Schiller und in einem anderen Orte ein Anderer — ולציון יאמר איש ואיש יילד בה, aber von Zion spricht man: Jegliches Große ist da geboren; alles wahrhaft Erleuchtende und Veredelnde — ושרים בהוללים — quillt zuletzt aus der» Born, den Gott in Zion durch das Menschen erleuchtende Wort geschaffen, das dort seiue Stätte gefunden uub von dort ans in die Gemüther der Menschen dringt. בל מעיני בך, Alles, was Segen bringt über die Menschheit, hat in Zion seinen ersten Quell. Und aus diesem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.