Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1860)
- Article
- Worte bei der Schulfeier der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M.
- Date
- 1860-01-01
- Page
- 191 (sequence 4)
- Language
- German
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191 In der Unten.-Anstatt der Hsr. Rel.-Ees. zu Fr«nkf. a. M. , das ihn erhebt über da- Gemeine, Unsittliche und de- Men- W» Unwürdige; weil seine Leier geweiht war dem freien Geiste, bm edlen Gemüthe, der Sitte, der Tu.gend, der Freiheit in dem ßWtze und dem Gesetze in der Freiheit; weil seine Leier tönte dem Gedanke» deunendlichen Einen, der jedm Denker grüßt aus jeder Wnme am Wege und aus jeder Regung de- Herzen-; — weil in seinen Gesängen der Mensch in seiner Würde und die Erscheinung dB Menschlichen aus jeder Stufe und in jeder Gestaltung in der Hoheit seiner göttlichen Bestimmung, in seinem Ideale verklärt «s entgegentritt, und er un- Allen, dem Knaben und dem MLd» che», dem Jüngling und der Jungfrau, dem Gatten und der GM dem Manne und dem Weibe, dem Fürsten und dem Bettler de» Spiegel ihres ewigen Adels entgegenhält und Jeder bei seine« Asängen es fühlt und de- Bewußtseinfroh wird, in solchen Ge-- Wen seine eigenen Gefühle und Gedanken^ sein eigenes ewige- M, nur in strahlender reinerer Verklarung, wiederzufinden; weil seine Gesänge dem Menschen den Menschen geadelt, gehoben, ge- »eiht und verherrlicht wiedergeben — : darum stehen in diesem Augenblicke Millionen Seelen auf Erden und freuen' sich, daß ihnen ei» solcher Geist geboren ward. Wer hat so wie Schiller eS verstanden, Welt- und Menschenerlösende Wahrheiten in die liebliche Form des schönen AusdrucksdB sich anschmtegenden Wortes, der Geist und Gemüth gewinnendm ZWe zu fassen? Wer hat es verstanden wie er, von der Freiheit, von der Tugend, von Gott Worte de- Glaubenzu singen, derer/die Menschen noch heute sich freuen und in ihnen gerne der» Andruck der eigenen heiligsten Gedanken begrüßen? Wer hat es verstanden wie Schiller, in den Kreis der Famtlj/zu treten und da- Weib und die Gattin und dahäusliche Ledm und das Familienglück in ihrer Würde und in ihrer hohen Be- /deMung und ihrer seligen Innigkeit zu preisen? Wer hat cs ver» ßmden wie Schiller, auder Brust deS sterblichen Menschen den Gedanken des unendlich Ewigen und des hohen ewigen Zieles zu I«gen, welches die Menschheit zu erreichen und jeder einzelne Mensch «zustreben berufen ist, — wer hat diesen Idealen gewaltiger ge» ,hingen das Wort der B/geisterung?