Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Die Juden und die Spaziergänge in Frankfurt a. M. im Jahre 1769
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 145 (sequence 8)
- Language
- German
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ven Pr. W. Baffe. 145 Man kennet die Zügellosigkeit und Herrschsucht dieses stolzen Volkes. Wäre ihnen einmal den Eingang erlaubet, so würden sie gar bald Meister davon sein; sie würden hauffenweiß hin und herlaufen, ganze Reihen sich in den Armen führen, niemand ausweichen, alle Menschen, besonders Frauenzimmer mit ihrem ewigen Tobakrauchcn belästigen, die darin befindlichen Bänke gleichsam belagert halten, verunreinigen, wohl gar mit Ungeziefer besamen, die Bäume und Hecken beschädigen und allen den ihnen eigenen Unfug treiben, wozu der Vorwitz, Stolz und Ungezogenheit der Juden so sehr anfgeleget ist. Und würde es nicht tm höchsten Grade nnanständig, ja ein deutlicher Beweis einer schlecht bestellten Polizei seyn, wenn Standes- und andere angesehene Persvhnen, die diese neuen Spaziergänge fleißig besuchen unb diese Anstalt öfters rühmen, das Mißvergnügen haben sollten, in denen schönen Tagen in Gesellschaft schmutziger und oft stinkender Juden zu sein? — Selbst das Gras auf dem Glacis und Contrescarpe, das doch dem Aerario einbriug-!ich ist, würde Nolh leiden; denn wozu ist ein Jude, der einmal einige Freiheit geniesset, nicht aufgelegt? Die Garnison würde verstärket werden müssen, um diesen Schwarm im Zaum zu halten, wenn nicht alles tu ganz kurzer Zeit rninirt werden sollte. Es sind noch andere Spaziergänge in großer Zahl vorhanden deren sie sich bedienen können, und wirklich häuffig bedienen. Die Bornhcimer Heide, der sehr breite Weg um die Stadt herum, der schöne Weg nach dem Griegbruuuen an dem Mahn und andere Gegenden mehr sind täglich mit Juden gleichsam besäet, es ist also eine offenbare Bosheit, wenn sie lügenhaft vorgcben, Lufft und Wasser wolle ihnen verbotten werden. Nur ihr Hochmuth, nur die Begierde, sich Christen gleich zu achten, sind cs, die diesen stolzen Gedanken bei ihnen erregen. Selbst ihre eigene Sicherheit.erfordert es, daß ihnen dieser Spaziergang verbotten werde. Die Gärtner, die Knaben, die Handwerks-Pnrsche, die sie in ihrem Exhi ito so fürchterlich beschreiben, würden ohne Unterlaß an ihnen zopfen, und die Unbändigkeit der Juden würde zu so vielen Händeln Anlas geben, daß wohl noch zwei Bürgermeister nöthig wären, um diese bciznlegen und Ruhe und Frieden zu erhalten. Hieraus nun werde!: Ew. k. erlauchtest abnchmen, wie wenig Ursache sich zu beschweren die Inden haben, und daß es aus mehr