Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Die Juden und die Spaziergänge in Frankfurt a. M. im Jahre 1769
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 138 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Juden und die Spaziergänge in Frankfurt a. M. im Jahre 1769. *) Mitgcthcilt von Dr. W. Baffe. Es ist hinlänglich bekannt, daß den Frankfurter Juden an Sonn- und Feiertagen verboten war, ihre Gasse zu verlassen. In Folge des bedeutenden Ansehens, das die jüdische Gemeinde der Krönungsstadt schon damals genoß, mußte diese Ausschließungs- Maßregel auffallender erscheinen als an anderen Orten, wo sie ebenfalls bestand. Bei der centralen Lage von Frankfurt, bei dem regen Meß- und Fremdenverkehr war cs natürlich, daß die Vorfiignng häufig erörtert wurde; in Reiseberichten und andern Scl riften findet sich manche Bezugnahme auf dieselbe. Das Verbot wurde bis in das neunzehnte Jahrhundert hinein mit Hartnäckigkeit festgehalten und soll, der mündlichen Ueberlicferung nach, erst durch die Reklamationen französischer Israeliten mit Erfolg angefochten worden sein. Bisher ist keinerlei urkundliche Mittheilung über die Verhandlungen, die jene Maßregel zeitweise veranlaßte, zur Veröffentlichung gekommen. Wir theilen daher aus den Akten zum ersten Male eine Probe ans dem Jahre 176t) mit, die für den *) Wir entlehnen diese Darstellung der ״Zeitschrift für deutsche Culturgeschichte". Solche Reminiscenzen lehren mehr als olles andere, welche Forlschrilte doch das Reich der Vernunft und des Rechtes auf Erden macke, zugleich aber auch, welcher Zeit die Zeit zu solchen Fortschritten bedürfe. Gehört doch die Beseitigung dieser Zustände noch zu den frühesten Erinnerungen heutiger Zeitgenossen! D. N.