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Jeschurun · 1859-11-01 · Heft 2 (November 1859) · p. 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 2 (November 1859)
Article
Marcheschwan
Date
1859-11-01
Page
78 (sequence 12)
Language
German
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78 Marcheschwan- ״gegeben vor dem seinigen, darum weist Er den Willen Anderer ohnmächtig vor dem deinigen zurück!" — בחך אחה ד'״, dein Werk will ich vollbringen!" Das ist der jüdische Schlachtenruf des ununterbrochen kämpfenden und ringenden Lebens. ״Segne mich!" — Wann wirst du diesen Wunsch für erfüllt achten, wann sagen: Du hast mich gesegnet? Sprosst nicht aus jedem erfüllten Wunsch ein neuer, wächst nicht aus jedem errungenen Segen die Sorge um die Bewahrung und Erhaltung des Segens? Wo ist die Sättigung des nach Segen durstenden Herzens, wo ist die Befriedigung, die Zufriedenheit der um Segen bittenden Seele? Aber: ״Werde Gott gesegnet durch mich!" —unddnstehst in jedem Augenblick an dem Ziele deiner Wünsche, hast in jedem Augenblick die Höhe deines Strebens erreicht. Ob dir viel oder wenig vergönnt, das macht's nicht aus, nicht einmal das Gelingen macht's; denn auch das Gelingen ist deines Gottes, ist nicht dir. Wenn du nur in jedem gegebenen Augenblicke das Deinige zur Vollbringung Seines Willens gcthan, wenn du dir nur sagen kannst, du hast den Augenblick mit dem vollen Ausmaaß verliehener Macht, mit der vollen Hingebung zustehender Willenskraft ausgefüllt nach dem Willen deines Meisters, habest Ihm geleistet, was du vermochtest, darüber hinaus kennst du keinen Wunsch, darüber hinaus brauchst du keinen Wunsch, — wenn dein Gott dich abrust, du gehst befriedigt und selig von dannen — denn in diesem Bewußtsein, in dem Bewußtsein nicht Segen empfangen zu haben, sondern Segen geworden zu sein, liegt der einzige Frieden und liegt die einzige Seligkeit des Menschen. Als Gott den ersten Juden in den Acker der Menschheit pflanztoriß er ihn aus Allem heraus, woraus sonst die Menschen Segen schöpfen, sprach zu ihm: dich zu segnen überlasse mir, du aber: היה בחבה, werde Segen! und hatte mit diesem einzigen Worte ihn in Mitte einer Segen suchenden Menschheit zum Segen spendenden Menschenisolirt, hatte mit diesem einzigen Worte ihm die Aufgabe seines ganzen übrigen Lebens und das Vermächtniß angewiesen, das er seinen Kindern und seinem Hause nach sich

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