Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1859)
- Article
- Die Landrabbiner-Conferenz zu Hannover
- Date
- 1859-10-01
- Page
- 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Die LandraLbiner-Conferenz zu Hannover.!■;״ Was hat die dreiwöchentliche Landrabbiner-Couferenz diesen ^! Zuständen gegenüber für Beschlüsse gefasst; — mit welcher Arznest und welchen kräftigenden Mitteln tritt sie an die jüdische Bevvlke- ף rung heran, um zu heilen, um zu stärken was kxank und hinfällig ist; — was ist das Resultat der Debatten? — — Indem wir es niederschreiben, sträubt sich unsere Feder, die ganze Schmach, den ganzen Jammer, der in den vier Worten liegt, der Oeffentlichkeit zu übergeben. Angesichts der jüdisch-religiösen Verhältnisse unseres Landes, im J Bewußtsein ihrer hohen, heiligen Arifgabe: Lehrer und Hüter des jüdischen Geistes im Leben der Gemeinden und Häuser und Herzen eines ganzen Landes zu sein — haben die vier Landrabbiner während eines dreiwöchentlichen Beisammenseins, bet täglichen Sitzungen, die häufig den ganzen Tag in Anspruch genommen haben sollen, keine bessere Beschäftigung gewußt, als eine allgemeine Synagogenvrdnung, die Schulbücherfrage, die Geburts-, Trauungs- und Sterbelisten, die Einführung, einer gemeinschaftlichen Gebührentaxe zu berathen und über ״manch andere wichtige Punkte die Ansichten auszutauschen." ■ Wie wenig aber aus diesem Gedankenaustausch über diese manch anderen wichtigen Punkte resulttrt haben muß, geht darau§ hervor, daß der Berichterstatter hierüber auch nicht das allermindeste mttzutheilen weiß, während er in seiner gedrängten Uebersicht vollkommen Raum findet, den Gang der Verhandlungen in ganz nichtsbedeutenden Gegenständen bis zur lächerlichen Ausfuhr-' lichkeit darzustellen. Wenn es an und für sich schon traurig ist, daß vier Landrabbtner Das, was hier als Resultat der Conferenz vorliegt, erst in drei Wochen nach langen Debatten zum Abschluß zu bringen im Stande sind (über die Synagogenvrdnung und die Schulbücherfrage wurden die Debatten von der früheren Conferenz nur fortgesetzt), so ist es herzzerschneidend, wenn man bedenkt, daß die Führer unseres Landes dieses als das Wichtigste in so ernster Zeit zu betrachten scheinenund damit das Heil und dieWohlfahrt zu begründen vermeinen.