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Jeschurun · 1859-10-01 · Heft 1 (Oktober 1859) · p. 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 1 (Oktober 1859)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1859-10-01
Page
41 (sequence 4)
Language
German
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II. Der Lehrplan. A. Deutsch. Klaffe Illb. 41 die genannten Fächer ihrerseits durch dasselbe theilhaftig werden, namentltch aus höheren Stufen, wenn es sich darum handelt, eine Fundamental- Wahrheit, welchem Gebiete sie auch angehöre, im Geiste des Schülers möglichst tief Wurzel schlagen zu lassen. Diese Andeutungen genügen zur Beseitigung des scheinbaren Widerspruches, wie unser Lehrplan den deutschen Aufsatz in der ganzen Höhe seiner Bedentung vollkommen würdigen und ihn dennoch scheinbar mit so geringem Zeitmaß bedenken konnte. Denn nicht eine sondern wenigstens 4 Stunden stehen ihm vorbereitend zu Gebote. Zum Durchnehmen der gelieferten Aufsätze reicht, zumal wenn der Lehrer bet flüchtiger Durchsicht die betreffenden Stellen sich vorher angestrtchen hat, eine Stunde vollkommen aus. Was nun die Bestimmung des Lehrplans in den einzelnen Klassen betrifft, so haben wir hier nur das negative Verhalten des Lehr- Plans zu betonen. Er theilt nämlich nicht die einzelnen Formen den resp. Klassen ausschließlich zu, also von unten aufstetgend etwa: Briefform, Erzählung, Gespräch, Schilderung, Begriffsent- Wicklung und Abhandlung: es kommen vielmehr aus jeder Stufe die verschiedenen Formen zur Uebung, wenngleich auf jeder Stufe die ihr entsprechende vorherschend sein wird. Indem so dafür gesorgt wird, daß keine der Formen, — die ja auch für die formale Bildung wesentlich nothwendig sind, da ihre besonnene Handhabung das sicherste Mittel zur Gewöhnung zum streng logischen Denken an die Hand gibt, — übergangen oder vernachlässigt werde, ist zugleich dem Ermessen des Lehrers der weiteste Spielraum gelassen, der sich erst so der Individualität seiner Klasse, die fast in jedem Jahre ein anderes Gepräge haben wird, in genügender Weise akkommodiren kann. Denn wenn auch das Ziel im Allgemeinen stets dasselbe, so kennzeichnet ja eben Das den denkenden Lehrer, daß er verschieden geartete ״Jahrgänge" aus verschiedenen, von ihrer Eigenthümlichkeit bedingten Wegen zu demselben Ziele zu führen versteht. Die Frage, ob ein und dasselbe Thema der ganzen Klasse zu geben oder auch hier die Individualität der Einzelnen speciell zu berücksichtigen sei, beantwortet sich auf dieser Stufe von selbst, verneinend. Es ist der Anfang, die Verschiedenheit der Begabung

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