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Jeschurun · 1859-09-01 · Heft 12 (September 1859) · p. 663

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 12 (September 1859)
Article
England : London [Nachricht]
Date
1859-09-01
Page
663 (sequence 3)
Language
German
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663 geren Abscheulichkeiten der Inquisition sich empört fühlte, dir früherhin als sich von selbst verstehende Dinge betrachtet wurden. Wir glauben, die allgemeine Entrüstung, welche die gewaltsame Entführnng des jungen Mortara hervvrgerufen, wird dir Kirche überzeugt haben, daß die Zeit für Kinderraub 1859 eben jo vorüber sei, wie die für das Verbrennen 1689 gewesen. Die Rücksicht auf Gelbster- Haltung wird sie dazu nvthtgen, stillschweigend das Eine zu lassen wie sie geräuschlos das Andere ausgegeben. Edgar Mortara, wir sind deffeir überzeugt, wir eines der letzten, wenn nicht das letzte gestohlene jüdische Kind sein. Und hierin liegt der Werth der laut-- gewordenen allgemeinen Sympathien für die beraubten Eltern und die beleidigte Gemeinde und hierin liegt der Werth der durch die Sendung Sir M. Montestore's an den päpstlichen Hof vor aller Welt geschehenen Demonstration und des durch den Gemeindvvrstand in der englischen Presse veröffentlichten Protestes gegen das verübte Verbrechen. Wir sind daher voller Dankbarkeit gegen alle Letter der Presse und alle Männer der Oeffentlichkeit, die so laut und so leb- Haft diesen Akt der Barbarei verurthetlt haben. Wir begrüßen daher Montefiorc's Mission mit den freudigsten Gefühlen, denn, dem Anscheine nach sehlgeschlagen, hat sie einen großen Triumph vollbracht. Es ist ein Sieg, dessen Folgen nur die Zeit enthüllen kann." Italien. Livorno. Die getäuschten Erwartungen der italienischen Juden und die Gefahren, denen sie bei Wiederkehr der alten Herrschaft ausgeseht sind, sprechen sich deutlich in dem folgenden Satze aus, den wir einem Blatte des Auslandes entnehmen: Die Juden zu Livorno verweilen in ihrer Adresse an den König Victor Emanuel insbesondere bei dem Punkte religiöser Freiheit, der einen fnndamentalen Grundsatz in der sardinischen Verfassung bildet. Graf Cavour versicherte sie Namens des Königs, daß die Juden in Jtalten bei ihrer vertrauensvollen Loyalität sich nicht in der strengen Gerechtigkeit des Königs getäuscht finden würde!!, dessen heißester Wunsch es sei allen Italienern gleiche Rechte zu sichern. In der Lombardei ist bereits die völlige Gleichstellung aller Confcssionen feierlichst publicirt worden. (I. C.) Portugal. Lissabon. Dem Jewish chrouicle zufolge soll am 13. Juni in Lissabon eine Versammlung von dortigen Juden zur Constituirung einer Gemeinde zusammengetreten sein und der Bau einer Synagoge und der Ankauf eines Grundstückes zum Begräbnißort beschlossen worden. 30,000 Frs. sind gezeichnet, eine Summe allerdings noch bei weitem unzureichend .für die beabsichtigten Zwecke, jedoch groß im Verhältniß zu den nicht bedeutenden Vermögenskräften der werdenden Gemeinde. Jedenfalls wäre die Thatsachc

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