Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 12 (September 1859)
- Article
- Kleine Bilder aus der jüdischen Gegenwart
- Date
- 1859-09-01
- Page
- 657 (sequence 10)
- Language
- German
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Einführung einer Synagogenorbnung, eine Geschichte von Vielen- 657 N I u | m 'i eer 1 \ 1 ־0 n- ' 3 0־ j de en ’ j int lat i tre :; ter; nit; tch j uit ך reu!en telt jeni abrbe. immer sich einer Anordnung fügen, die so offen gegen das jüdische Gesetz und Herkommen verstoße und sie ersuche deshalb um baldigste Besetzung der offenen Lehrcrstelle durch einen Mann, der mit ihr auf dem Boden des väterlichen Gesetzes stehe. Man kann sich denken, wie sehr dieses Schreiben den Herrn Kreisrabbiner in Harnisch brachte. Er hatte geglaubt durch das jüngste energische Auftreten die widerspenstige Gemeinde eingeschüchtert zu haben. Wir wollen diesen Trotz schon brechen, rief er aus und erließ folgendes Schreiben an die Regierung. ״Der Unterzeichnete Kreisrabbiner sieht sich zu seinem tiefen Bedauern veranlaßt, nochmals die Aufmerksamkeit einer hohen Regierung aus die unerhörten Vorgänge in . . . zu lenken. ״In Folge des jüngsten vcrehrlichen Rescriptcs hat das Kreisrabbinat den widerspenstigen Lehrer der Gemeinde, den Anstifter dieses unloyalen, revvltirenden Auftretens seines Amtes entsetzt und ihm in . . . seinen zukünftigen Wohnsitz angewiesen. ״Der Lehrer hat darauf sofort das Land verlassen und in einem höchst ungeziemenden Schreiben davon seiner Vorgesetzten Behörde Anzeige gemacht. Zuvor aber hat er seine Gemeinde zur offenen Widersetzlichkeit aufgereizt, wie solches eine hohe Regierung aus der beifolgenden Eingabe des Gemeindcvorstandes an das Kreisrabbinat zu ersehen Gewogenheit haben möge. ״Die Sache ist jetzt in ein solches Stadium getreten, daß alle Bande des Gehorsams zerrissen sind und offene Revolution gegen die hohe Obrigkeit das nächste Ergebuiß sein wird, wenn nicht geeignete Maßregeln sofort ergriffen werden. ״In dieser höchst gefährlichen, bedrohlichen Lage der Dinge erlaube ich mir daher der erleuchteten Weisheit einer hohen Regierung unterthänigst anheimzngeben, zu verfügen, daß die Synagoge zu . . . sofort zu schließen, die Thorarollen nach dem Kreisrabbinate zu schaffen und die Gemeinde zum- Besuche der Synagoge in . . . anzuhalten sei. ״Nur so ist der Aufruhr »ach meiner unmaßgeblichen Ansicht zu dämpfen. ״Ich habe nicht nöthig einer hohen Regierung gegenüber die Ersahrung auszusprechen, daß al s w ir k s a m e s M it t e l, w i d ersp e n st i g e