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Jeschurun · 1859-08-01 · Heft 11 (August 1859) · p. 561

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 11 (August 1859)
Article
Aw
Date
1859-08-01
Page
561 (sequence 5)
Language
German
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Warum ging Juda in's Exil? 561 1! I 1 materiell verwenden, will es reich sein, dann macht es sich j arm, will es Reichthum mit Retchthum erwerben und für Reichthum verwenden, dann schneidet es die Wurzel seines Wohlstandes j entzwei, dann wird der Himmel eisern über seinem Haupte, und der | Boden unter seinen Füßen wird ehern, es weicht der Gottesschutz von ihm und der Boden seines Wohlstandes wirft die ihm fremd j gewordenen Besitzer aus. Inda wandert in's Exil aus Armuch, weil z es arm geworden an den Gütern, die die einzigen Bedingungen l und Bestimmungen seines Wohlstandes sind, die somit seinen einzij gen wahren Reichthum bilden — גלחה יהורה מעוגי ומרוב עבורה, und aus zu vielem Dienst! Wohl ist Juda der Begriff: Dienst nicht fremd. Sein ganzes Dasein, die ganze Gestaltung und Entwickelung seines Einzeln-, Familien- und Gemeindelebens soll ja eine fortlaufende עבורה, einen fortlaufenden Dienst bilden. Ueberall und nrit allem steht es im Dienste eines Höheren, steht nirgends in eigener Machtvollkommenheit da, beginnt nichts im eigenen Namen, vollendet nichts in eigenem Namen, setzt nirgends seinen Willen als Maßstab und Richtschnur für sein Den-! kcn und Fuhlen, sein Wort und seine That. Sein ganzes Leben heißt dienen und das Ideal seiner Menschenwürde heißt: Dienst. Aber es ist der Dienst eines Einzigen, es ist der Dienst des Einen Einzigen, in den es ausgehen soll, es ist der Dienst des einen einzigen wahrhaftigen Herrn und Meisters alles Seienden und Werdenden, des einen einzigen wahrhaftigen Herrn und Meisters der Natur und Geschichte, der die, die seinem Dienste sich ganz und ausschließend hingeben, zu sich heraufhebt in das Bereich seiner j Freiheit, ihr Wesen frei macht von den Banden der Natur und ihr Geschick loslöst von den Wechselfällen der Geschichte. Dem Einen Einzigen sollte Juda dienen und dieser Dienst sollte Juda frei machen, sollte es als das freieste Volk und seine Sohne als die freiesten Menschen auf Erden hinstellen. Ihm aber genügte nicht der Dienst dieses Einen, es hielt sich nicht sicher unter dieses Einen Fittig. Schutz-Herren suchte es sich, suchte sie itt menschlichen Hoheiten unter seinen Söhnen, strchte sie in gebietenden Mächten unter den Naturgewalten, suchte sie in gefürchteten Schwerdtern unter den Völkergeißeln, schuf sich ״Könige und Fürsten" zu seiner Verthetdigung, ״Gottes-Anhöhen" zu seinem Schutze, ״Bundesgenossen-

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