Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1859)
- Article
- Deutschland : Kurhessen [Nachricht]
- Date
- 1859-07-01
- Page
- 550 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Zeschurun. Fünfter Jahrgang. Beiblatt zum Sutihett Ausgegeben den 7. Juli 1859. Zn dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. M. Kurhessen. Am 17. Januar erließ unser Landrabbtner einen Aufruf zur Gründung eines Vereins und Fonds für israelitische Lehrer-Wittwen und Waisen. Im Namen der Religion und für die Religion ״für dieses Gut, für welches unsere Vorfahren tausendfach ihr Leben einsetzten" und das daher ״deren Enkeln und Urenkeln unmöglich gleichgültig werden kann", wandte sich der Aufruf an alle Glaubensgenossen, an die kurhessischen Brüder insbesondere und ganz besonders an die israelitischen Frauen. Es handle sich nicht nur um Unterstützung verlassener Wittwen und Waisen, ״es handle sich um die Religiosität und Zukunft aller ihrer eigenen israelitischen Kinder!" Denn ״unsere Religion muß fort und fort in Verfall gerathen, wenn wir nicht für gute Schulen sorgen! Unsere Schulen müssen verfallen, wenn wir nicht gute Lehrer heranbilden! Unsere Lehrer müffen erschlaffen, wenn wir nicht besser für ihre Subsistenz sorgen!" Wer ist's, der nicht alle diese Sätze aus vollem Herzen unterschriebe, und doch sind nun bereits mehr als 5 Monat verstrichen, seitdem der Aufruf in unfern Gemeinden zur Veröffentlichung kam und wir haben nicht gehört, daß er auch nur irgendwo eine Anregung zu einer praktischen Folge gehabt hätte. Ich fragte neulich einen einfachen Landmann über das Auffallende dieser Erscheinung. Die guten Leute lösten mir einfach das Räthsel. Man überzeuge uns erst, sagten sie, daß man wirklich gute jüdische Lehrer heranbilde, ja sie auch nur heranbilden .wolle, daß wir wirklich, indem wir für unsere Lehrer sorgen, zugleich für die Neligiösität unserer Kinder und Enkel sorgen, und Sie sollten einmal sehen wie freudig wir alle unser, Schärflein beitrügen. So aber wie die Sachen stehen, nichts weniger als dies. In unserm Lehrerbildungsseminar lernen unsere Lehrer alles Andere eher als Hebräisch und das jüdische Wissen und die jüdische Gesinnung, die sie zur Verbreitung der Religiosität auf dem Lande nöthig haben. Was sie davon nicht mit hineinbringen ins Seminar nehmen sie sicherlich nicht mit hinaus, והלואי, sagte der Mann, שתהא יציאתן כביאתן! Nicht einmal mit den gewöhnlichen Ritualien, die sie als Vorsänger wissen müssen, werden sie vertraut gemacht, und das Seminar sendet uns — wenn sich die Lehrer