Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1859)
- Article
- Jüdische Belletristik
- Date
- 1859-07-01
- Page
- 543 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Jüdische Belletristik, Bo» sr. G. In diesen Blättern ist schon zu verschiedenen Malen auf die Schwächen und Mängel der jüdischen Belletristik hingewiesen worden. Ich habe in einem früheren Artikel (IV. Jahrgang S. 584) versucht, darzuthun, daß gar häufig in der Wahl des Stoffes die Unmöglichkeit liegt, ein treues Bild jüdischen Lebens zu entwerfen, wie auch die Kunst sich abmühen mag; und Herr Z. H. führte erst kürzlich aus, daß meistentheilS Unkenntniß des jüdischen Schriftstellers mit dem jüdischen Geiste ihn unfähig machen, den Juden in seinem wahren, wirklichen Wesen zu schildern. Nicht immer aber ist es die Unkenntniß, die den Juden am Pfingstfcste in Laubhütten wohnen und am Neujahrstage ungesäuerte Brode essen läßt; cs gibt eine andere Classe Schriftsteller, die wohl vertraut find mit den jüdischen Lehren und jüdischen Sitten, die aber von anderen Rücksichten ihre Feder leiten lassen. Während jene unbewußt irren,treten diese als Kämpfer für ihre religiöse Richtung ein und die leichte Hülle der Novelle muß ihnen zum Mittel dienen, ihre Ideen in die Welt zu senden. Männer nach ihrem Sinne werden mit den glühendsten Farben aufgetragen, als Muster des Edelmuths und jeder Tugend hingestellt; und alles Kleinliche, Niedrige, Schmutzige den Gegenüberstehenden angedichtet, die nicht mehr Bilder, sondern Carrikaturen find. Das sind Ten- Sk»