Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1859)
- Article
- Thamus
- Date
- 1859-07-01
- Page
- 511 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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j Soll ich noch wrimn und fasten? 513 jj heit ist der Kampf und der Streit, und gälte es der ganzen Welt z gegenüber, nicht zu scheuen. Allein wenn die Wahrheit gerettet ist, j gilt es auch dem Wahren den friedlichen Boden zu erringen. Denn I auch das Wahre blüht nur auf einem Boden des Friedens. Ist | das סור מרע und das עשה טוב gesichert, gilt es nicht in dem Kampf 'i dem Aufkommen des Schlechten entgegen und für das Gute in die;5 Schranke zu treten, dann בקש שלום ורדפהו, dann störe nicht nur jj nicht den Frieden, dann brich nicht nur nicht den Frieden, dann Z suche den Frieden, und wenn er entfliehen will eile ihm nach, daß j du ihn dir erhaltest und sicherst. Diesen Werth des Friedens hatte j man während des zweiten Tempels in den maßgebenden :■ Kreisen aus den Augen verloren und schon dadurch im j! Allgemeinen einen zwiespältigen Geist der Unversöhnlichkett-; einen sich vererbenden Familienhaß, einen Geist zwistnährender Selbsti sucht und Eifersucht, einen Geist der שנאה הנם verbreitet. Allein : dieser Geist friedensfeindltcher Eifersüchtelei hatte in maßgebenden- 8 einflußreichen Kreisen selbst die Liebe zur Wahrheit angegriffen. Es : war bald im Kreise der Führer und Großen nicht mehr die Liebe; zur Wahrheit in Wahrheit und um der Wahrheit willen. Es stellte sich :i gar bald die Persönlichkeit an die Stelle der Sache; die eigene Ehre, J die eigene Würde, die eigene Macht, persönliches Interesse ward zum Ziel erhoben und die Vertretung der Wahrheit ward zum Mittel; des Eigennutzes herabgewürdigt. Ja, man bekannte sich zur Wahr- 1 heit und verläugnete sie nach politischen Rücksichten, bildete Bekennt- Z nisse zu Stichwörtern von Parteien, entschied sich für die eine oder : die andere, je nachdem staatsmänntsche Diplomatik auf der einen;'j oder der andern Vortheil erblickte. Hohepriesterliche Würden wurden « ein Kaufpreis der Reichen, ein Kaufpreis der Mächtigen und selbst; das hohepriesterliche Geschlecht, dessen Ahnen Gesetz und Hciligthum \l todesmuthtg aus den unreinen Händen hellenischer Schergen gerettet, stellte, als die Rettung vollbracht, nicht Gott, sondern sich selbst den ■; Thron im freien jüdischen Volke zurechte, schwang das Schwerbt, i daS, zuerst die Brüder und ihr Heiligthum verthetdigt, nach erruni genem Stege, zur Knechtung der eigenen Brüder und beutete die s Stege seiner Ahnen nicht für Gott und Israel, sondern für Begrünz düng einer Dynastie und für seine eigenen dynastischen Interessen z aus. So ging zum zweitenmale die Wahrheit in den Händen ihrer; Vertreter verloren, zum zweiten Male sah sich Israels Heiligthum