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Jeschurun · 1859-05-01 · Heft 8 (Mai 1859) · p. 427

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 8 (Mai 1859)
Article
Ein Stück Judenfrage in dem Lande der Intelligenz
Date
1859-05-01
Page
427 (sequence 3)
Language
German
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1«rv:1s Ein Stück Judmfrage im Lande der Intelligenz. 42? Indessen dürfte auch, wie das der Abgeordnete Stmson hervorhob, die Logik schwer zu verstehen sein, nach welcher, wenn In-! den als Hülfslehrer angestellt werden, wie das der Fall ist, sie nicht auch definitive Anstellungen finden konnten; — und der Justizminister dürfte es auch schwerlich rechtfertigen können, daß, wenn der Eid etwas rein Religiöses ist und kein Jude einem Christen einen Eid abnehmen kaitn, ein Christ einem Juden einen Eid ablegen lassen kann. Der Justizminister Herr Simons hat das auch wirklich nicht klar gemacht; er führte statt dessen an, daß die Mehrzahl der christlichen Unterthanen Anstoß daran nehmen würde, einen Eid in die Hand eines Juden zu leisten und beweist demnach, daß ein Jude kein Richter werden könne. Wir; bedauern, daß Herr Simons seine Argumentation nicht weiter fort-!! geführt hat. Consequent müßte man dahin gelangen, daß Juden, k deren Gewissen und religiösem Gefühle die Justiz doch auch nicht zu l nahe treten darf, nur von Juden gerichtet werden können, weil die j! Mehrzahl der Juden Anstoß nehmen würde, einen Eid von einem jj Christen abgcnommen zu sehen! Wir könnten uns auch nicht dazu - verstehe», daß als Richter ein Christ sungire, die Eidesablage aber j von einem Juden empfangen würde; denn der Justizminister erl lärt, z daß, wer nicht die Eigenschaften zu allen Funktionen, welche sein? Amt erfordert, besitzt nicht fähig ist, dieses Amt zu bekleiden! s Am meisten Befriedigung gewährten sicherlich die Reden des!! Abgeordneten von Blankenburg. Fürwahr, es ist ein erfreulicher j Fortschritt, daß selbst die eifrigsten Anhänger der mittelalterlichen;ן finstern Richtung nicht mehr den Muth haben, sich offen gegen die k Judenemancipatiou zu erklären, sondern es für gut halten erst die! Versicherung voranzuschicken, daß sie persönlich keine Gegner der Juf denemancipation sind und daß nur höhere politische oder juridische j Gründe sie leiten! Der ehrenwerthe Herr von Blankenburg ver- Z schanzte sich hinter verschiedene Erkenntnisse von Civilscnaten des j Obertribunals und berief sich auf das Bewußtsein des preußischen ' Volks. Als Beweis führte er unter Anderem an, daß das Pommer- : sche Landvolk im Jahr 1848 unter Judenemancipatiou Austreibung j der Juden verstanden und sich gewundert hätte, daß die Juden noch j immer nicht verjagt seien. Er nimmt sich ferner die Mühe auf den jl alten Tacitus hinzu weisen, der schon von der Ausschließlichkeit der

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