Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1859)
- Article
- Jüdische Armuth und Wohltätigkeit in London
- Date
- 1859-05-01
- Page
- 424 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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424 Jüdische Armuth und Wohlthätigkeit in London. Nebclstände sich Herausstellen die ihre eigene Behandlung bedürfen, ist leicht einzuschen. Eine unumwundene Wahrheit ist es nun, daß die Gemeinde einer umßchtigen einsichtsvollen Organisation bedarf, die ihr Auge auf alle neue Erscheinungen und Mängel richtet, Vorsorge trifft, die bestehenden Wohlthätigkeitsveranstaltungen zu einem harmonischen Zusammenwirken leitet, überall die Fehler aufdeckt, den Heilmitteln nachsorscht und so die richtigen Vorschläge macht, um allen Ansprüchen der Unglücklichen Genüge zu leisten. Wenn eine solche Organisation im Cholerajahre, als man für eine ungewohnlich große Anzahl Waisenkinder zu sorgen hatte bestanden, wie wäre es da möglich gewesen so unnütze Summen für die Errichtung einer neuen Anstalt aufzuwenden, da man zu demselben Ziele durch Einrichtung des schon bestehenden Jew’s Hospital zu diesem Zwecke, gelangt wäre? Wäre die Einrichtung des Hailä-in-Hanä Asylum des Wittwenhauses nicht von der mildthätigen Bestrebung Privater, sondern von einer vernünftigen umsichtigen Oberleitung aus hervorgegangen, würde da nicht ein und dasselbe Asyl die Bewohncr beiderlei Geschlechtes ausgenommen oder noch besser, würde man nicht anstatt der Gemeinde neue Institute aufzubürden alles dieses im Jew’s Hospital zur Ausführung bringen, und so durchaus die Nothwendigkeit einer gesonderten Existenz haben anfheben konneu? Die beträchtlichen Ersparnisse die so der Gemeinde zu Gute gekommen, wären dann für andere wohlthätige Zwecke verwendbar gewesen. Alles dies tritt noch klarer hervor wenn man einzelne Wohlthätigkeitsbeiträge in Paris mit denen ähnlich situirter Personen in London vergleicht. Baron James Rothschild der den höchsten Beitrag im Comitd de Bienfaisance zahlt, unterschrieb 500 Frs. (20 £) und machte eine Schenkung von 1000 Frs. (40 L) dann von 1500 Frs. (60 £) für den Fond, in Allein also 120 £. Wir wissen nicht wie hoch sich Baron Lionel von Rothschilds Beiträge belaufen. Wer zweifelt jedoch daran, daß sie nicht bei weitem obigen Vertrag übersteigen. Baronin Lionel schenkte in diesem Jahre allein 500 £ blos für die Armenschule. Der Präsident des ComiisS Herr Albert Cohn, dessen Wohlthätigkeit sich einen europäischen Ruf erworben, trug zu dem Budget weniger als 21 £ bet, ein Beitrag der von vielen aus dem Londoner Mittelstände, deren Beiträge kaum erwähnt werden bei weitem übertroffen wird." (Forts, folgt)