Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1859)
- Article
- Jüdische Armuth und Wohltätigkeit in London
- Date
- 1859-05-01
- Page
- 417 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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417 Jüdische Armuth und Wshlthätigkeit in London. pfohlen sein müssen. In den elenden traurigen Wohnungen dieser Bittsteller ist es, wo ich selbst Zeuge jener Zustände wurde, die Ihr Correspondent so treu geschildert; und ich habe nie die Thatsache des äußersten Elends verheimlicht, das unter einem Thcile unserer Glaubensgenossen herrscht". Herr Abraham Davis, theilte seine traurigen Erfahrungen mehreren hochgestellten Personen mit, die ihm reichliche Beiträge zusichcrten und gelang es ihm durch unausgesetzte Bemühungen so viel Unterschriften zu erlangen, daß er die Gesellschaft in den Stand setzte, tausende von Bittstellern zu unterstützen. Das Elend das sich dem besuchenden Comtte darbot, war jedoch so schrecklich, daß lic Gesellschaft ein Defizit von ungefähr 100 Pf. erlitt und seine Mittel augenblicklich fast ganz erschöpft find. — — ״Ihr Correspondent hat nicht den zehnten Theil von Höfen und Gängen genannt, wo das Elend, das er beschreibt, sich findet. Nur in einem Punkte muß ich ihm widersprechen. Ich habe ohne Ausnahme gefunden, daß diese unglücklichen Mitbrüder, wenn sie auch noch so arm, doch körperliche Reinheit und Saüberhett in ihren Wohnungen sich bewahrten. Bei einem Besuche, den ich an einem Sonntage mit mehreren Andern machte, stellten sich mir Scenen wie die folgenden dar: in einem elenden Zimmer saßen mehrere kleine Kinder beinahe ganz nackt im bitter kalten Wetter da, ihr Vater, so sagte sie uns, sei aus und verkaufe Stöcke, ihre Mutter Orangen. Konnten wir, selbst Gatten und Väter ein solch unglückliches Haus verlassen ohne es mit Nahrung und Feuerung zu versehen? Alles dieses waren wir genvthtgt aus eigenen Mitteln zu thun, da die Gesellschaft nur Unterstützung gewährt, wenn die Fälle vom Comitö untersucht sind, und Bettler die so um Hülfe bitten nie unterstützt werden. Ich erwähne dieses um jeden Zweifel am Berichte ihres Correspondenten zurückzuwetsen. Alle diese Thatsachen find auch der B ar o n i n von Rothschild, jener würdigen menschenfreundlichen Dame wohl bekannt, die einen großen Theil ihrer Zeit dazu widmet, von Hof zu Hof, von Thür zu Thür zu wandern überall persönlich aufsuchend, helfend und unterstützend diese armen verlassenen Familien". Herr Davis erzählt dann in rührenden Worten, wie er vor Kurzem mit den Mitgliedern deS Comitäs die edle Frau, die als Muster