Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1859)
- Article
- Jüdische Armuth und Wohltätigkeit in London
- Date
- 1859-05-01
- Page
- 416 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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416 Jüdische Armuth und Wohlthätigkeit in Londondas Elend durch große Städte. In solche Orte zieht sich die Armuth zurück, sich dem Blicke der Welt zu verbergen, — zu darben und zu sterben. Aber eben in solche Orte sollten menschenfreundliche Herzen bemüht sein, reine frische Luft hineinzubrtngen und das Licht des Himmels, und so das Elend zu verscheuchen suchen. In solchen Plätzen suchen sich mitleidige Herzen die geeignete Gelegenheit zur Wohlthätigkeit, und hier möge man den ״Segen des Armen, der aufschreit, und des, der keinen zurHülse hat", zu erlangen suchen". Darauf liefen einige Schreiben ein, in denen die Darstellung theils für übertrieben erachtet, jedoch anerkannt wurde, daß das bisher befolgte System durchaus ungenügend und eine Heilung des Nebels nur von einer gründlichen Revision zu erwarten fei, theils der — jedoch unbegründete — Verdacht ausgesprochen wurde, daß hier Mtssionsbestrebungen vsrlägen; einen großen Theil der Schuld trügen jedoch sicherlich die vom Ausland eingewanderten Juden, die, wenn sie reich geworden ihrer weniger unglücklichen Brüder vergäßen; eine Ansicht die jedoch ebenfalls später ihre Widerlegung fand. Bemerkenswcrth ist das folgende Schreiben des Herrn Abra- Ham Davis, jetzigen Präsidenten der Benevolent; Society, eines Mannes, der vor Allem hohes Zutrauen in dieser Angelegenheit beanspruchen kann: ״Wiewohl ich nur mit Schaudern in Ihrer letzten Nummer von dem Elend und der Noth, die unter den ärmeren Klassen unserer Glaubensgenossen herrscht, gelesen, so war es doch sicher nicht mit dem Entsetzen das viele unserer Brüder gefühlt haben müssen, die nicht, so wie ich, Gelegenheit haben, die Unzahl Fälle des äußersten Elendes selbst zu beobachten und jetzt von dem ungeschminkten Berichte Ihres Cörrespondenten ergriffen worden. Die letzten 14 Jahre hindurch war ich Präsident und Vice- Präsident der jüdischen wohlthätigen Gesellschaft, der sögenannten ״Society for Eelieving Distresaed Persons" und durch meine Stellung vom Subcomits beauftragt, die Wohnungen derjenigen zu besuchen, deren Gesuche um Unterstützung der Gesellschaft eingeretcht worden; es ist nämlich Bestimmung, daß nur Fälle des äußersten Elends (extreme distress) berücksichtigt werden und als solche von einem Mttgltede des Comitss bestätigt und em-