Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Schreiben des Rev. Dr. J. T. Barclay zu Jerusalem an Herrn Leon Dyer zu Frankfurt a. M. in Betreff der im "Nach Jerusalem" des Dr. L. A. Frankl gegen seine jüdischen Brüder in Jerusalem verbreiteten
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 379 (sequence 3)
- Language
- German
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3an | om;j no j )rk j be \ )0ß eil! % 1 ls;;he D. iss l .al. | of \ >ut! tn, lte ich wen. n- >dte, a- Schreiben des Rev. vr. Barclay re. re- 379 Ich hatte gehofft, die Zeit wäre vorüber, wo irgend ein verständiger Reisender so von Juden sprechen könnte, wie nach Ihrer Mitthetlung jüngst ein Autor gethan. Meine Ueberzeugungen sind sicherlich sehr von den setntgen verschieden. Freilich, mein theurer Freund, kann man nicht läugnen, daß, wenn gleich der jüdische Stamm auf jeden Fall der edelste aus der ganzen Erde ist, es gleichwohl sehr viele müssige Genossen desselben in der heiligen Stadt gäbe. Dieser Umstand jedoch macht sie durchaus nicht zu ״Müsstggängern" in der gewöhnlichen Bedeutung dieses Wortes; denn ihre Beschäftigungslosigkeit ist mehr ihr Unglück als ihre Schuld, da sie aus wirklicher Nothwendigkeit entspringt, indem wirklich nichts vorhanden ist, wodurch sie ohne die Unterstützungen des Auslandes, einen selbstständigen Lebensunterhalt gewinnen könnten. So weit meine Erfahrung reicht und diese ist keineswegs eine beschränkte — sind sie ebenso willig als bemüht zu arbeiten und unterziehen sich mit Eifer jeder entsprechenden Arbeit, die nur nutzbringend gemacht werden kann. Die andern von Ihnen erwähnten Beschuldigungen — ״Heuchelei und Sinnlichkeit" betreffend, so kann ich nur die Meinung aussprechen, daß Nichts Wohl von der Wahrheit entfernter sein kann. Dürfen wir uns nicht schmeicheln, Sie tn dem heiligen Lande wieder zu sehen? Meine Frau bittet mich, Sie freundltchst zu grüßen und so würden alle Glieder meiner Familie, wüßten Sie von dieser Gelegenhett, Ihnen ihre ״Selams" zu senden. Meine Frau meint, Sie seien eigentlich verpflichtet, blrs. D. zu einem Ausfluge nach der Stadt ״des großen Königs" zu veranlassen. Ich möchte Sie, theurer Freund, bitten, den Prophezeiungen Daniels und Haggais (Kap. 9 und 2 —) eine sorgfältige Erwägung zu schenken. Vielleicht werden Sie durch dieselben zu einem Schluffe und einer Handlungsweise veranlaßt, die sehr von denjenigen verschieden sein dürften, zu welchen Sie sich tn Ihren Bemerkungen über den ״Fels der Zeiten" bekennen. Mit aufrichtiger Hochachtung Ihr 1c. I. T. Barclay. Herrn Leon Dy er Frankfurt.