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Jeschurun · 1859-04-01 · Heft 7 (April 1859) · p. 367

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 7 (April 1859)
Article
Ein offener Brief von einem Juden aus Syracuse an seine Brüder in Israel diesseits des Atlantic
Date
1859-04-01
Page
367 (sequence 9)
Language
German
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an seine Brüder in Israel diesseits des Atlantic. 367 überall in einer anderen Gestalt, während die Wahrheit zn jeder Zeit und an jedem Orte gleich erscheint und auch nie verbessert werden kann. Denn was Verbesserung bedarf, war nie Wahrheit und eine verbesserte Wahrheit ist darum nichts anderes als eine verbesserte Lüge. Ist daher unsere Religion Wahrheit, so darf sie auch keine Verbesserung annehmeu und wollt ihr den großen Unterschied zwischen den Wegen der Wahrheit und den Fußtapfen der Lüge mit offenen Augen ansehen, so zeige ich euch hin auf den gleichförmigen Gang und den festen Schritt des Occident. Dieser war vor 30 Jahren schon der erste, der in diesem Lande die Fahne des Judenthums hoch aufrecht hielt, der die eingeborenen Israeliten, die vom Judenthum nichts mehr wußten, als daß ihre Väter Juden waren, den Gott Israels und sein Gesetz kennen lehrte, sie mit dem Schicksale und Glückeswechsel ihres Volkes durch alle Zeit vertraut machte. So wurden sie und sind noch die wärmsten Anhänger einer Religion, die sie nicht von ihren Vätern geerbt, die ihnen nicht durch! Gewohnheit lieb geworden war, sondern zu der sie sich von den Leh-! ren eines getreuen Lehrers hingezogen fühlen, denn er lehrte, was er glaubte, und glaubte was er lehrte, seine Worte kamen aus etnem aufrichtigen Herzen voll der Wahrheit und führten auch die Wahrheit zum Herzen. Was er damals lehrte, lehrt er heute noch, sein religiöser Standpunkt ist heute noch derselbe, seine Bahn ist heute nach dreißig Jahren noch immer dieselbe, die er damals verfolgte. Nun schaut auch aus so manchen eurer Lehrer hin und zählet die vielen Wege, die verschiedenen Richtungen, die sie in einem Raume von fünf Jahren schon etngeschlagen haben, zählet wie oft sie in einer kurzen Zeit ihre Ansichten und Grundsätze gewechselt haben, und immer nur solche aufgestellt haben, die da am geeignetsten waren der Mehrheit zu gefallen und das schlaftrunkene Gewissen im Schlafe zu erhalten. Darum meine Brüder höret aus das wohlmeinende Wort eines Bruders, der nichts anderes will als euer eigenes Wohl. Denn das ganze Wohl der Menschen liegt ja in der Ruhe der Seele und in der Heiterkeit des Gemüthes, die nur die Religion euch geben kann. Weder des Einen noch des Andern hat der Zweifler sich zu erfreuen, und Zweifler, nichts als Zweifler machen eure Lehrer aus euch, Gewißheit können sie euch nicht geben. Obgleich ihr jetzt keinen zg» nn; Arohl, ich mg kei Ze- >as! eit. äft hrt ack ers thcht rar

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