Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Nissan
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 342 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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342 Nissan. ״hilf dir selbst" ist ihr Credo und die Gotteshülse ist nur Phrase; denn nur in ihnen selbst suchen und erwarten sie den Gott ihres Heils. Die Kraft ihres Arms, der Muth ihrer Brust, der Fleiß ihrer Hände, die Klugheit ihres Hirns, und vor Allem der Besitz ihrer Habe, und ihre Geltung unter den Menschen, das sind die Faktoren ihres Heils, das sind die Vorbedingungen ihrer Hoffnungen — so müssen sie schon haben um zu hoffen, müssen schon sein um zu werden; denn sie kennen den Einen nicht, und wenn sie ihn kennen, so vertrauen sie dem Einen nicht, dessen ist alle Große, alle Macht, alle Herrlichkeit, aller Sieg und aller Glanz, dessen ist Alles, was im Himmel und aus Erden, dessen die Herrschaft ist und was sich nur irgendwo und irgendwann als Anfang erhebt, und der vom Menschen nur das Eine erwartet, ihn zu fürchten und seinen Willen vertrauensvoll zu erfüllen, um ihn aus Adlerflügeln hoch über Tod und Elend, über Sklaverei und Jammer in Sein Reich des Lichtes und des Lebens, der Freiheit und der Freude, siegreich emporzuheben. Wer den Frühling will, der muß den Muth haben den Frühling zu erringen, der muß den Muth haben gotttreu den Winter durchzudauern, den muß nicht bangen wenn ihm aus dem Wege der Gottreue selbst der letzte Schimmer der Selbstständigkeit aus seiner ״Habe", aus seiner ״Macht", aus seiner ״Nahrung" schwände, der muß nur vor Einem zittern und das ist die Schuld, und nur Einen fürchten und das ist Gott — der muß sich Gott bedingungslos hingeben, muß Verzicht leisten auf alle sonstigen Vorbedingungen des Menschenheils, muß seine Lebenshoffnungen arm beginnen, muß Besitz, Macht und Nahrung nicht als die Ausgangspunkte seiner Zukunfthoffnungen setzen, muß nur ein Saatkorn seiner Hoffnung kennen, und .dieses Saatkorn heißt: gotttreue Pflichterfüllung, — muß Besitz, Macht, Nahrung nicht als die Saat, sondern als die, treuer Pflichterfüllung von Gott verheißene Segenssrucht begreife». Wer den Frühling will, der muß das Zeichen der Selbstständigkeit, und mit ihm die Zuversicht ans die eigene Selbstständigkeit aus dem Kreise seines Besitzes, seiner Macht, seiner Nahrung —!מתוותו מהנאתו ומאכילת — gebannt haben,— der muß den Muth haben, ״das Brod des Elendes und das