Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Nissan
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 341 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nissan. 341 5 will, muß wie der Lenz Gottes Gesetz sich hingeben lernen. In wesi sen Hans der Frühling tagen soll, der muß in seiner Brust, in seinem Hause Gottes Gesetz heimisch machen. Wer den Halm um sein frisches Leben beneidet, muß erst wie i der Halm Gottes Gesetz gehorchen lernen! Da gehen sie hin und haben dem fröhlichen Lerchenschlag gegenüber nur die Seufzer um das freudarme Leben oder den betäubenden Rausch sinnlicher Lust, und das Echo der Znbelhymne des überall erwachten frischen und frohen jugendlichen Lebens wird in ihrer Brust nur zur Klage über die unwiederbringliche Menschenjugend, üher das Grab aller Hoffnungen, über den nur in Resignation zu findenden Trost, über daS Paradies suchende und nur wundritzende Dornen findende, arme, betrogene Menschengemüth — Sie wollen den Frühling und vergessen die Bedingungen des Frühlings, sie wollen das Leben und suchen es aus dem Wege des Todes! Das kleinste Hälmchen, das sie keimen sehen möchten, würden sie nicht nach Willkür säen, nicht nach Zufall pflanzen und nicht nach Laune pflegen — würden, um des Hälmchens Hoffnung, die l Gesetze des großen Meisters über Leben und Tod, über Blühen und Welken befragen und mit ängstlicher Sorgfalt befolgen, — würden lachen über den Thoren, der gesetzwidrig gesäet und doch hoffnungsreich erndten wollte — und die Menschcn-Keime, die Menschen-Gedanken, -Empfindungen, -Worte, -Thaten, -Genüsse, -Reize, die Saaten der Menschenhoffnungen, die Keime der Menschenzukunft dürften Jeder gesetzlos, planlos, nach Laune und Willkür streuen, und gleichgültig wie Einer gesäet, wie wo und wann Einer gewartet j und gepflegt und gehegt seiner Zukunft Saaten, soll ihm gleichwohl j diese Zukunft reisen?? j Sie wollen den Frühling und haben den Muth nicht sich der - Führung Des ganz und gar anzuvertrauen, dessen allein ist das Leben und die Kraft, der allein zu dem am Boden sich verblutenden Menschen, zu dem am Boden sich verblutenden Volke, zu der am Boden sich verblutenden Menschheit hinanzutreten vermag und zu | sprechen: Bedamajich Chaji! In deinem Blute lebe aus!? ״Hilf dir selbst", ״so wird Gott dir Helsen," sprechen sie, aber sie meinen: Hilf dir selbst, so wird Gott dir geholfen haben, das: