Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Nissan
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 339 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Nissan. 339 — wieder das egyptische Sklavenbrod in der Hand, wieder, wie zeither, kein Brod der Selbstständigkeit in deinem Besitze — חאכל מצות ־ ולא יראה לך חמץ ולא יראה לך שאור בכל גבולך — und an dieses Denkmal deiner einstigen tiefsten Verlassenheit, deiner einstigen vollendeten Vernichtung dein Kind herangernfen und ihm gesagt: ״Stehe, בעבור זה, eben zu diesem Zwecke, eben damit ich nie met- ״nes Ursprungs vergesse, damit ich immer auf's Neue zu meinem ״Ursprung zurückkehre, immer aufs Neue zu neuem Leben aus dem ״Boden meines Ursprungs mich rüste, mit dem Sklavenbrod in Hän- ״den immer aufs Neue mir — und der Menschheit — den einen ״einzigen Menschenhüter und Menschenwächter, Menschenrichter und ״Menschenvater vergegenwärtige, der nicht nur einmal die Welt ge- ״gründet, der, wie er sie schuf, sie auch erhält und leitet, bewacht ״und richtet, und dem kein Thron zu hoch und kein Sklaveukerker ״zu tief um dort seine Seelen auszusuchen, sein Richteramt zu ״üben und seine Vaterhuld strahlen zu lassen, בעבור זה, eben um ״dieses Zweckes willen עשה ר' לי, hat Gott für mich gehandelt, war ״ich hülflos, rathlos, thatlos, konnte nur mit an schauen was Gott ״für mich that, konnte aber nicht das Geringste selbst zu meiner ״Rettung thun, war noch Sklave in demselben Augenblick, בצאהי ממצרים" als ich, — bis dahin ein Sklaventroß, eine Pariahorde, — ״aus Mizrasim, dem gewaltigen Staate der Knechte nnd der Götter ״— nunmehr als Freiheitsvolk und Gottesherold zog. Um dieses Zwek- ״kes willen hat Gott für mich gehandelt als ich aus Mizrasim zog, ״und auch dir bleibe es zum Zeichen um deine Hand und zur Er- ״innerung zwischen deinen Augen damit Gottes Lehre in deinen ״Mund eingehe, daß mit starker Hand dich Gott aus Mizrasim ge- ״führt und auch du — wie ich — hüthest dieses Gesetz zur Früh- ״jahrszeit von Jahr zu Jahr!" Das ist die von Vater aus Kind zu vererbende Frühlingsfeter der jüdischen Häuser und Familien. In ihr tritt jedes ältere Geschlecht mit dem jüngern und jüngsten an der Hand immer aufs Neue an den ewig frischen, unversiegbaren Born der jüdischen Kraft, des jüdischen Lichtes, des jüdischen Muthes, der jüdischen Hoffnung, der jüdischen Zuversicht, der jüdischen Heiterkeit, — schöpft den verjüngenden Trunk des jüdischen Lebens — und der jüdischen Pflicht.