Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Nissan
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 337 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nissan. 337 Volk damals am Boden lag kann kein Volk, können auch wir nimmer wieder zu Boden getreten werden. Tiefer als damals die Menschheit stand kann die Menschheit nimmer sinken. Sklaven waren unsere Väter und Mütter geworden, Sklaven in der bittersten Bedeutung des Wortes. Ohne Persönlichkeit, ohne Recht, standen sie den Egyptern tiefer als das göttlich verehrte Thier; hatten kein Eigenthum, kein Haus, keine Familie, keinen eigenen Leib, keine eigene Kraft, galten nur soviel als sie dem Egypter srohnten, hatten eingebüßt Alles, was den Menschen zum Menschen macht, Alles was ihn seiner Würde bewußt und seines Lebens froh sein läßt, — ihre Kraft lag begraben in den Grabhausbauten der Könige und in dem Wellengrab des Schilfmeers — Wenn aber der Mensch als Mensch nichts mehr bedeutete, was konnte das Volk als Volk noch sein! Wo Persönlichkeit und - Familienleben unterm Druck begraben liegen, wo kann da noch ein Nattonalgedanke wurzeln! Fehlte ihnen ja auch Alles, was ein Völkerdasein bedingt, Boden, Macht, Freiheit, Kraft und der Muth des f gemeinsamen Daseins und der gemeinsamen That. Sechsmalhundertl Tausend schwer.dtfähige Männer sehen ihre Kinder, ihre Enkel, ihre kleinern Brüder in den Wellen ersäufen — und keiner öffnet den Mund und keiner erhebt den Arm — Und über den Einzelnen, über Israel hinaus, der Gesammtanblick der Menschheit, kann er trostloser werden als er damals war? Aus weitem Erden-Runde war das letzte Bewußtsein von dem einen, freien Gott, und damit das Bewußtsein von dem einen, freien Menschengeschlechte erstorben. Changs Söhne hatten bis dahin die Bildung und die Gestaltung der Menschheit getragen, und ,עבד עבדים ן Sklaven von Sklaven war sie unter ihren Händen geworden. Seits dem Chams Urenkel ini Namen Gottes ein Menschenjäger geworden, hatte der Name ״Gott" die freimachende, erlösende Kraft für die Menschheit verloren, und im Namen Gottes, im Namen eines Gottes, fielen Menschen und Volker zn den Füßen eines Gewaltigen! hin, ein Spielball seiner Laune, ein blindes Werkzeug seines Menschen fangenden, knechtenden und tödtendcn Ruhms. Der blühendste Staat, die Wiege dieser alten Kultur, ChamS glänzendste Sprosse, : Mizrajim, hatte dieses Fang- und Joch-System der Menschheitge-