Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 6 (März 1859)
- Article
- Culturhistorische Skizzen aus Ungarn
- Date
- 1859-03-01
- Page
- 322 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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322 Eulturhistsrische Skizzen aus Ungarn. schwach behandelt, sondern ein großer Mangel an hebräischen Lehrern fühlbar werden wird, was folgendem Umstande znzuschreiben ist. Junge Leute machen den zweijährigen Präparandencurs durch, treten wohl mit den nöthigen Wissenschaften für Hauptschulen ausgerüstet aus demselben, haben aber vom Hebräischen keinen Begriff, (!) so ste nicht Söhne von Rabbinern oder sonstiger talmndtsch gelehrter Männer sind und das Hebräische vom Hause ans wissen. An Orten, wo eine Präparandte besteht, sollte für jüdische Präparanden nicht nur ein Lehrer Hebräisch lehren, sondern für solche der Curs um ein Jahr verlängert werden, und im dritten Jahre größtentheils Hebräisch betrieben werden. Wahrlich ein Wunder, daß dieser Gegenstand noch von keiner Seite berührt und angeregt wurde. Doch hoffen wir auf die Güte und Milde unserer hohen Regierung, der wir doch alles Erfreuliche, was bisher auf dem Gebiete des Schulwesens, geschehen, einzig und allein zu verdanken haben, daß sie ihre weise und treue Fürsorge auch diesem für die ungarischen Israeliten so wichtigen Gegenstände znwenden und ihn bald zur befriedigenden Lösung bringen werde. Die Verordnung zur Errichtung eines Rabbinats-Jnstttuts und mehrerer Musterhauptschulen, an welch letztem zugleich eigene israelitische Präparandencurse eingerichtet sind, und die von dem für Ungarn, die serbische Woiwodschaft und das Temescher Banat gewidmeten israelitischen Schulfonds von einer Million Gulden erhalten werden, ist bereits von der höchsten Stelle erlassen, und ist die schon ein Jahr bestehende Musterhauptschule zu Pesth die erste Frucht dieser väterlichen Fürsorge.