Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 6 (März 1859)
- Article
- Culturhistorische Skizzen aus Ungarn
- Date
- 1859-03-01
- Page
- 316 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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316 Eulturhtstorische Skizzen aus Ungarn. traurigen Folgen, die' ein solcher Mangel unausbleiblich nach sich z ziehen müsse, so wie das Segensreiche und Heilbringende, von wel- :1 chem die Abhülfe desselben begleitet ist, aufs nachdrücklichste zu fz schildern, und so den Geist für das Bessere in ihnen zu wecken. In ss Gemeinden, wo die Worte und Ermahnungen solcher Männer An-; klang und Gehör fanden, wurden tüchtige Schulen ins Leben gerufen, wie in Pcsth, Preßburg, Altofen, Basa, Groß-Kanischa rc.; Während z. B. in Altvfen in jeder Beziehung noch das ganze von den Vätern überlieferte religiöse Leben unverkümmert und unangetastet j blühte, bestand dort schon eine vierklassize Hauptschule, an welcher j tüchtige und pädagogisch gebildete Männer fungirten, Männer, dergleichen jetzt bei so bedeutendem Fortschritte nicht sehr viele Schus len Ungarn's aufzählen können, und denen jetzt lebende gebildete j Rabbiner, bekannte Aerzte, Lehrer und gebildete Kaufleute die Grund-! läge ihres hebräischen und deutschen Wissens zu verdanken haben. \ Damit aber auch diejenigen, die die bisherige Lehr- und Unterrichts- - weise vorzogen, ihren Kindern einen ihren Ansichten entsprechenden > ■j Unterricht verschaffen konnten, bestanden, Dank der damaligen Lehr- [ freiheit, neben einer solchen geregelten Schule, auch ein halbes 's Dutzend ״Chedartm", wo ״Melamdim" in einer unserer Ansicht J nach die wahre Bildung der Jugend wenig fördernden Weise s: unterrichteten, und wo die Kinder zum Theil körperlich und geistig; verkümmerten. Eine getreue Schilderung solcher Chedarim zu ent-! Z werfen halte ich hier für übersiüssig, da sich darin schon geübtere j Federn versuchten. j Doch wurden leider in den meisten Orten Ungarns auf die jj wohlmeinenden Worte solcher Männer nicht geachtet, ihr Stre-! ben mißdeutet, in verdächtiges Licht gesetzt und das gute Werk ] enjweder schon im Keime erstickt oder in der Blüthe zerstört. Schulen, j die mit den größten Opfern Einzelner und Einiger, die gleichsam j mit dem Beispiele vorangtngen, um zu zeigen, daß man dort, wo es s sich um das'Heil ganzer Generationen handelt, kein Opfer scheuen j j darf, ins Leben getreten, mußten schon nach einer kurzen Zeit ihres ך Bestehens durch Unverstand und Zndifferentismns aufgelöst werden.; Ich führe hier nur als einziges Beispiel, welches schon der neuesten ך Zeit augehört, die israelitische Gemeinde zu Papa an, wo ein ra- 1 sender Pölbelhaufe über das neue, schöne und mit allem Comfort