Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1859-03-01 · Heft 6 (März 1859) · p. 314

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 6 (März 1859)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1859-03-01
Page
314 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2932754-2932863-2932870-2943312--04458-2943370
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

314 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. V. wir diesen nicht anders, als in dem wesentlichen Charakter des Objekts zu finden, zu welchem das Zieztthsymbol in innigster Beziehung steht, ja, als dessen Ergänzung und weitere Ausführung es ganz eigentlich erscheint. So wie das menschliche Kleid nicht in Folge eines positiven Gebotes, sondern von der Scham, d. i. von dem Bewußtsein der fittlichen Unvollkommenheit und Schwäche um die sinnliche Blöße geschürzt ward, und dieses, in der schamhaften Verhüllung sich knndgebende Selbst-Bewußtsein der sittlichen Unvollkommenheit und des Schutzbedürfnisses gegen die Verlockungen der Sinnlichkeit der zu pflegende wichtigste Faktor für das Werk der sittlichen Erhebung und Vollendung des Menschen bildet: also soll dieses Selbstbcwußtsein der sittlichen Unvollkommenheit und Schutz- Bedürftigkeit im Judenthum durch Ziezith nur im Verhältniß zu der noch höhern Aufgabe jüdischer Sittlichkeit gesteigert, und demgemäß auch in der freien, aus dem eigenen Gefühle der Unvollkommenheit und Schwäche sowie dem Bewußtsein des aufgestcckten hohen sittlichen Zieles hervorgegangenen Ergreifung des von Gott nur dargebotenen Mittels die entsprechende Pflege und Bcthätigung finden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.