Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 6 (März 1859)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-03-01
- Page
- 298 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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298 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. V. Wir haben gesehen, daß auch ohne diese beiden Bestandtheile Ziezith durch die Aufforderung die Aufgabe zu lösen, die mit dem menschlichen Kleide uns geworden, an Gottes Gebot, an die Unterordnung unserer Sinnlichkeit unter den göttlichen Willen ernst und eindringlich mahnt, und in Selbstbeherrschung und einer aus Selbstbeherrschung gewonnenen freien Entfaltung, die Wege lehrt, die wir zur Lösung dieser Aufgabe zu betreten haben, somit im Wesentlichen bereits die Gedanken ausspricht, die in den Sätzen 'וזכרתם וגו׳ למען הוכרו וגו enthalten sind. Einen Gedanken vermissen wir. Alles Bisherige knüpft nur an rein menschliche Beziehungen, es fehlt uns die Vergegenwärtigung des spectell jüdischen Berufs der Erwählung und Heiligung Israels für das ihm besonders geoffenbarte Gottesgefetz auf Grund seiner Erlösung aus Mizrajim, wie dies doch in dem zweiten Theile des Ziezith-Gedankens enthalten ist. Und wenn gleich das Kleid durch die Erinnerung an den Gottes Geboten zu zollenden Gehorsam den Juden um so mehr schon an die specielle ihm gewordene Gesetzoffenbarung zu erinnern geeignet ist, da ja, wie wir bereits bemerkt, jenes Gebot, dessen Uebertretung das Kleid setnen-Ursprung verdankt, ein positives, an den Menschen geoffenbartes, ja, der Chawa schon nur ein durch ח׳ש׳ב׳פ, durch Tradition bekanntes war, — so dürften wir doch für diesen specifisch jüdischen Inhalt des Ziezithgedankens auch einen besonder!: Ausdruck im Symbol erwarten. Betrachten wir die noch übrigen Bestandtheile des Symbols. Vielleicht enthalten sie, was wir vermissen. תכלת ונחנו על ציצת הכנף פתיל תכלת. An die Ziezith der Ecke sollen sie einen 0§-תכלת den geben. Die ־■תכלה^^, die wir aus Ueberlieferung als den himmelblauen Purpur kennen, sehen wir im Bereiche des göttlichen Gesetzes nur noch in dem Tempelhctligthum dieses göttlichen Gesetzes auftreten, und zwar erscheint sie dort als die specisische Haupt- und Grundfarbe desselben. Der Hohepriester war in einem מעיל כליל תכלת, in einem durchaus ^^farbenen Mantel gekleidet; wenn auf den Wanderzügen die Bundeslade des Gesetzes voranzog, so war sie mit einem כגר כליל תכלת מלמעלה, mit einem durchaus H>2n-׳farbenen Gewände nach Außer! bedeckt, wäh-