Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1859)
- Article
- Schewat
- Date
- 1859-02-01
- Page
- 233 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932869-2943206--04346-2943248- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Unser Wintertrost. 23S i mal faktisch Gewordenen mit den Forderungen des Rechtes erfolgj reich entgegenzutreten. Die Gemeinden mundtodt, die Leitung in den : Händen Abgefallener, die Oberleitung in Händen für die inner» jüdischen Angelegenheiten völlig inkompetenter Regierungsgewalten, J Nabbinatsstühle mit Creaturen aller dieser Potenzen besetzt, somit! das jüdische Leben unter der Banngewalt seiner Verächter oder seij ner Verkenner — und wir vermöchten eine fröhliche Blüthe des i Judenthums zu erleben? Und wir wundern uns, daß der Winter so! lange dauert? Und doch steht ר״ה לאילנות in unserm Winterkalender, und doch ן ist auch in der Prüfungszeit unseres Judenthums der fünfzehnte j Scherpat schon vorüber. Die Anzeichen dafür? Wir finden sie nicht j in den vielen neuen, schönen Synagogen, die in der Neuzeit erstarr- - den und entstehen, und in bencn man gern eine Bürgschaft des rege j gewordenen Geistes erblicken will. Sie sind uns keine Anzeichen des; kommenden jüdischen Frühlings, wären es selbst dann nicht, wenn! der Gottesdienst darin völlig der alte in ansprechender unangetastej ter Gesetzlichkeit wäre. Sind es nicht und wären es nicht, so lange das anßersynagogale Leben kein jüdisches Blümchen unter dem nichtjüdischen Winterletchentuch durchblicken läßt, so lange die Synagoge keinen Etnsiuß zur jüdischen Umwandlung des Hauses und des Lebens zeigt, so lange vor Allem nicht vor der Synagoge die Schule vorhanden ist, in welcher die Söhne und Töchter für die Synagoge und für das Leben in jüdischem Geiste unterrichtet und gebildet werden. Wir finden sie noch weniger in dem kirchlichen Umschwung der Zeit und in der Geneigtheit maßgebender Kreise zur Begünstigung ״conservattver" Richtungen in allen Verhältnissen und somit auch in der Gestaltung jüdisch-religiöser Gemeindeangelegenheiten; und darum auch nicht in der Schwenkung rechts, die selbst die Vorkämpfer der Abfalls- Propaganda, der xsroI6 äu jour Rechnung tragend, neuerdings zu machen für gut zu finden scheinen. (Seitdem wir dieses schrieben, ist diese Schwenkung selbst wieder schwankend geworden.) Wir beklagen die gedankenlose Vermengung des Judenthums, des alten göttlichen Gesetzes mit Richtungen und Bestrebungen, mit denen es nichts gemein hat, zu denen es oft im diametralen Gegensatz sich befindet. Wir freuen uns nicht, das Judenthnm auf den Netzfiügeln diplomatischer Zeitrtchtungen getragen zu sehen. Wir zitterten, wenn es