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Jeschurun · 1859-01-01 · Heft 4 (Januar 1859) · p. 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 4 (Januar 1859)
Article
Aus Hannover
Date
1859-01-01
Page
217 (sequence 2)
Language
German
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Die Gründung einer jüdischen Schule. 217 ausgewachsen, Gleichgültigkeit auf der einen, Lässigkeit auf der anderen Seite haben es dahin gebracht, daß in der herangewachsenen Generation kein Funke einer Begeisterung für unser erhabenes Heiligthum glimmt, kein Gefühl einer Zuneigung zur hehren Mutter die Söhne Judäas belebt. Hoffnungslosigkeit hat die Gemüther ergriffen, dein! mit dem dereinstigen Htnscheiden der Alten sieht das menschliche Auge das Judenthum in unserer Gemeinde erlischen, erblickt cs die letzten Träger des jüdischen Gesetzes absterben und Niemand ist da, der an ihre Stelle treten wird. Da ergreift die Sorge um ihre Kinder das Gemüth einiger wackeren Männer; sie erkennen den Abgrund an dem wir stehen. Sollen unsere Kinder ohne Stühe, ohne sicheren Halt zurückbleiben, wenn uns die Vorsehung abrust, sollen sie ohne Trost sein, wenn Leid und Unglück sie trifft, ohne Warner und Retter, wenn Versuchnng und Leidenschast sie zu übermannen drohen, soll das Judenthum in Hannover begraben sein? Diese Fragen traten in Flammenschrist vor ihre Seele und die Antwort war, wir wollen eine Schule gründen, eine Schule, die den im Schwinden begriffenen Geist neu belebt, eine Schule, die unsere Jugend mit den Vätern wiederum um den leuchtenden Berg versammele, von welchem Gottes Wort und Gesetz in lebendiger Sprache ihr gelehrt werde, daß sie freudigseinstimme in den alten Ruf: wir wollen es erfüllen und im Leben zur Anerkennung bringen! Dieser Gedanke, dieses Ermannen aus dem Todesschlaf, das ist der Lichtstrahl, der durch die Nacht dringt, das ist der Wegweiser, der uns an des Abgrunds Tiefe glücklich vorbeiführen kann. Soll dieser Strahl aber nicht sich als Irrlicht erweisen, soll er wirklich uns den Weg zum Heile führen, dann genügt nicht dieses einmalige plötzliche Erwachen, dann ist es mit dem bloßen Willen nicht gethan. Das Erwachen muß zum regen Leben, der Wille zur angestrengten, rastlosen, nimmer ermüdenden Thätigkeit werden. Darum möchten wir uns an die Letter unserer Gemeinde weilden. Dieser neue Geist der Besinnung, der in dem Herzen dieser Männer wach geworden, die Thatsache, daß bereits zwanzig Schner von ihren Eltern dieser neu zu gründenden Anstalt anvertraut sind — dies lehrt schon zur Genüge, daß noch Hoffnung zur Besserung vorhanden, daß das Judenthum denn doch noch nicht gänzlich

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