Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1859)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1859-01-01
- Page
- 182 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. deuten, darüber kann kein Zweifel obwalten, das ist nicht erst als Ergebnist einer ttefern Forschung aufznsuchen. Das Gesetz, das uns diese Fäden an den Ecken unserer Gewänder gebietet, spricht sofort auch den Zweck dieser Anordnung aus: וראיתם אחו הכרחם אח מצות ד' ועשיתם אותם, der Anblick dieser Fäden soll uns an den gar:- zen Umfang der göttlichen Gebote erinnern und uns zu deren Erfüllung veranlassen. Ist aber der symboliche Charakter dieser Fäden an unfern Gewändern an sich gewiß, sind die Gedanken, die uns durch dieses Symbol vergegenwärtigt werden sollen, außer allem Zweifel, so bleibt für unsere Forschung nur noch die Aufgabe: die Beziehung des Symbols zu diesen Gedanken auszusuchen, zu vcrsuchen, aus den gegebenen Gedanken die Bedeutung des Symbols in seinen einzelnen Bestandtheilen zu ermitteln. Freilich hat das göttlichc Gesetz im wesentiichen seinen Zweck schon erreicht, wenn es eincn Faden an unsere Kleider knüpft und spricht: so oft ihr diesen Faden sehet gedenket mein, selbst wenn zwischen diesem Erinnerungs- Zeichen und dem Gegenstände, an welchen es erinnern soll, gar keine weitere Beziehung statifände. Allein cs hat doch schwerlich das göttliche Gesetz, indem es ein solches Gedenkzeichen für sich wählte , sich von bloßer Willkühr leiten lassen, vielmehr sind wir entschieden zu der Annahme berechtigt, es bestehe auch hier ein inniger Zusammen- Hang zwischen dem Zeichen und dem Gegenstände, mrd können uns der Forschung nach diesem Zusammeichange nicht entziehe». Zu diesem Ende haben wir uns zuvor die Anordnung dieses Symbols aus dem schriftlichen Gesetze und daraus insbesondere die Gedanken in möglichster Schärfe zu vergegenwärtigen, denen dies Symbol zum Ausdruck dienen soll. Wir müssen uns sodann dieses Symbol selbst in seiner conkreteu gesetzlichen Ausfiihrung veranschaulichen und zu diesem Ende auS den überlieferten Halachoth die betreffenden biblischen (האוריתא-) Bestimmnngen ermitteln. Dann erst hat uns die Frage zu beschäftigen: in welchem Znsammenhange stehen mm die einzelnen Bestandtheile dieses Symbols und steht es in seiner Totalität zir den Gedanken, für deren Eriunernngs-Ausdruck es vom göttlichen Gesetz gewählt und ungeordnet worden.