Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1859)
- Article
- Teweth
- Date
- 1859-01-01
- Page
- 179 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der zehnte Teweth. 179 Enkel, das ganze hehre geistige Erbe der Gemeinde Zakobs also verflüchtigen, daß Jude und Nichtjude fast in nichts Anderm mehr sich unterscheiden, als, daß der Jude vielleicht als Kind unbewußt das nicht mehr zu beseitigende Abrahamszeichen am Leibe erhalten, und — statt in die Kirche, — dann und wann in die nebenanstehendc Synagoge gehe, ״sein religiöses Bedürfniß zu befriedigen". Aus diesem Wege meinen wir freilich am gewissesten die Zukunft unserer Kinder und Enkel in Freiheit und Gleichheit zu gewinnen und zu sichern, und sehen nicht, daß wir eben dadurch — wir scheuen diese Behauptung nicht, so sehr man sie auch in gewissen Kreisen belächeln möge — daß wir eben dadurch dieser Zukunft nur um so gewisser allen Boden und alle Hoffnung entziehen. Denn wer wäre so thöricht zu glauben, cs habe Gott nur deßhalb Israel unter so einzigen Waltungeu und Führungen geschaffen und geleitet und für sein Gesetz erzogen und ans sein Gesetz verpflichtet — um es dann endlich sammt seinem Gesetze unter die Völker spurlos verloren gehen zu lassen! Wer möchte an ein so lächerliches Ende so einzig großer durch Jahrtausende herab bewahrter Gottesveranstaltungen glauben! Wer beim Anblick solcher Verirrungen nicht der Verheißung gebenken: כי לא יטוש ד׳ עמו ונחלתו לא יעזוב, daß Gott sein Volk nicht fahren lassen und sein Erbe nicht verlassen werde!! Aber auch dann nicht, wenn wir, von der Erfahrung solcher Verirrungen erschreckt, unsere Kinder nur für die Jsolirung erziehen, sie vor jeder Berührung mit dem Völkerthümlichen wahren, sie das Völkerleben nur fürchten, nicht aber begreifen und würdigen lehren. Unsere Kinder werden ja doch auf die Weltbühne des Volkerverkehrs geschlendert, und werden um so sicherer zu Grunde gehen, je wentger wir sie für eine solche Prüfung vorbereitet, je unbegrtffener dieses Völkerleben sie mit seinen glänzenden Wahrheiten und Irrthümern überrascht, je weniger sie geübt worden dort das Wahre vom Falschen, das an der jüdischen Wahrheit bereits Gezeitigte von dem noch im Kampfe mit menschlichen Wahngeburten Begriffene zu scheiden, je weniger sie geübt worden ihr Judcnthum, und vor Allern ihr wirkliches wahrhaftiges Leben im Judenthume unter dem Anblick und der freien Berührung des europäischen Vvlkerlebens mit Begeisterung zu lieben und über Alles hoch zu halten, und je mehr sie auf der Bühne des Völkerlebens jüdischen Zeit- und Alters-