Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-12-01
- Page
- 128 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Zur jüdischen Schulfrage, IV, von uns beispielsweise *) aufgeführten seien zu abstrakt, um in der Schule fruchtbringend behandelt zu werden. In obigem Satze ist bereits unsere Antwort in nuce enthalten. Erklären wir uns näher. Eine jede Vorstellung ist um so deutlicher und genauer, je deutlicher und genauer die Wahrnehmung des Vorgestellten gewesen. Ebenso ist die Richtigkeit und Klarheit der Begriffe von der Richtigkeit und Klarheit der Vorstellungen abhängig, von denen ste abgezogen worden. Ganz eben so verhält es sich hinsichtlich der didaktischen Thätigkeit, wenn sie Vorstellungen im Geiste des Schülers erregen, das Verständniß von Begriffen vermitteln will. Ste wird um so erfolgreicher sein, je mehr die Natur des fraglichen Gegenstandes es gestattet, die Elementarvorstellungen durch unmittelbare Anschauung zu bilden, oder, wo dies nicht thunlich, je mehr sie es versteht, durch Analogien, also aus dem Leben und der Umgebung des Kindes gegriffene Bilder und Verhältnisse, das zu erläuternde Verhältniß,resp. den Satz, den Begriff, die Wahrheit, zu veranschaulichen. Nicht das Abstrakte als solches bietet dem Auffassungsvermögen des Ktndes, sobald es die ersten Entwickelungsstadien durchlaufen hat, bedeutende Schwierigkeit. Man hat nur die Thätigkeit des Abstrahirens vor seinen Augen vorzunehmen, oder vielmehr ste von ihm selbst vollziehen zu lassen, so geht die Abstraktion in allen dazu geeigneten Fällen mit Leichtigkeit von Statten, d. h. in allen denjenigen, in denen das Kind von den unter das abstrakte Allgemeine gefassten Besonderheiten entweder bereits unmittelbare Anschauung gehabt hat, oder doch im Stande ist, vermöge seiner combinirenden Phantasie sich von ihnen deutliche und bestimmte Borstellungen zu bilden, Sondern Schwierigkeit stellt sich der Auffassung überall da in den Weg, wo das eben angedeutete Verfahren unthunlich ist, wenn sich nämlich jene Besonderheiten weder direkt noch indirekt anschaulich machen, auch für die Auffassung des ganzen Verhältntffes sich aus dem Gedankenkreise des Kindes keine unterstützenden Analogien auffinden lassen. Bei der Beurtheilung, ob ein Begriff, *) A- <u O. S, 236 ff.