Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1858-11-01 · Heft 2 (November 1858) · p. 99

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 2 (November 1858)
Article
Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs" [Rezension]
Date
1858-11-01
Page
99 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932863-2932866-2942901--04133-2942971
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

von Dr. M. Hirsch. 99 Jahrtausenden ins Bewußtsein drängt: daß die Ueberraschung bei dem ersten Anblick nichts befremdendes hat, wenn sich der Tempel-- berg vielmehr als ״eine freiliegende Terrasse zeigt, mit Moscheen und Gärten bedeckt, mit aus Marmor sprudelnden Springbrunnen, mit herrlichen Cypressen und weitschattigen Bäumen als ein Paradies der Moslemin". Die Fläche ist von allen Seiten mit Mauern umgeben und hat einen Inhalt von 36 Acres (an 57 preußische Morgen). Die Ostseite dieses großen ungleichseitigen Vierecks läuft gerade von Nord nach Süd, jedoch sind die verschiedenen Seiten weder einander parallel noch schneiden sie sich rechtwinklicht. Ihre Länge wird von den einzelnen Forschern verschieden angegeben und die Abweichungen sind bedeutend genug. Nach den Messungen des Verfassers beträgt die Länge der Ostseite 1523Vä^ der Nordseite 1038׳, der Westseite 1600' und der Südseite 916'. Die Beschaffenheit des Bodens, unverwüstliche Kaktusgebüsche, dazwischen liegende Gebäude undSchntthaufen setzen einer genauen Vermessung solche Schwierigkeiten entgegen, daß der Verfasser nur die Bestimmung der Westmauer als absolut verläßlich bezeichnen zu dürfen glaubt; nach diesem Geständnisse erscheinen die Abweichungen unter den Anderen sehr erklärlich. Die Oberstäche ist keineswegs gleichmäßig eben, vielmehr senkt sich der Boden unverkennbar gegen Süd und Ost. Ungefähr in der Mitte, jedoch der westlichen und nördlichen Mauer etwas näher zu als der südlichen und östlichen erhebt sich bekanntlich die marmorgstäfelte Plattform, in ihren äußeren Umrisse» der Gestalt der Ringmauern nicht unähnlich; sie ist durchschnittlich wenigstens 10' hoch, da wegen der Senkung des Bodens ihre Erhebung über demselben natürlich eine ungleiche ist. Man steigt zu ihr durch acht im maurischen Style erbaute Portale hinauf, von denen einige wahr- Haft elegant sind. Der herrliche Ban, der von den Türken Knbbet es-Sakhrah (die Kuppel des Felsens), von den Franken die Moschee Omars, genannt wird, befindet sich eigentlich unterhalb der Hälfte der Plattform, indem er sich der Westseite am meisten nähert, von der Nordseite am weitesten entfernt. Sein Durchmesser beträgt 170' ebensoviel seine Höhe. Das untere Stockwerk, der Haupttheil des Gebäudes bildet ein vollkommenes Achteck, jede Seite 67' lang, der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.