Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- A. Haesters' Lehr und Lesebücher für israelitische Schulen [Rezension]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 68 (sequence 2)
- Language
- German
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68 A. HaesterS' Lehr- und Lesebücher für Lsrael. Schulen. Bearb. von E. Hecht. einer nachstrebenden vollendendem Nachfolge Werth ist. Und eben um dieser zu wünschenden besseren, geschickteren Nachfolge willen, möchten wir etwas länger bei dieser Arbeit verweilen, und hier und da eineu Merkstab aufstellen, der vielleicht einem künftigen Bearbeiter eines solchen Buches nicht ganz unwillkommen sein mochte. Denen gegenüber, welche ״der Nothwendigkeit einer religiösen und confessionellen Ausprägung der Lesebücher nicht das Wort reden wollen", die ״in den heutigen, höchst lebhaft hervorrretenden confessionellen Bestrebungen auf sämmtlichen Gebieten des Schullebens nur einen Akt reaktionärer Regierungsbestrebungen und eines kränkelnden, duselnden und geistverdüfternlden Pietismus und Supranaturaltsmus erblicken" und alles dieses daher ״streng vom jüdischen Schulgebiete fern gehalten wissen wollen", bemerkt der Verfasser: ״Solche Personen vergessen, wie unsere namhaftesten Pädagogen lauge vor den jüngsten politischen Sturmjahren so energisch aus eine religiöse Befruchtung und Durchdringung aller Lehrzweige hinarbeiteten und daß es namentlich ganz dem Geiste des Judenthums entspricht, die Natur im göttlichen Lichte zu erschauen, auch die gewöhnlichen Verhältnisse des Lebens im religiösen Sinne auszufassen, das irdische Streben zu vergeistigen und zu weihen, einem mil dem Egoismus so eng verschwisterten Realismus kräftigst zu wehren, überhaupt Lehre und Leben Lu Harmonie zu setzen, keineswegs aber zu glauben, sich durch Religionsstunden und Cultus mit Gott abgefunden zu ha- Heu." Wer wollte hier dem Verfasser nicht beistimmen! Schlimm genug, daß die Gedankenlosigkeit einer conventionellen Ausdrucksweise Dinge nach dem äußern Schein unter einem Namen zusammen wirst, die sich ihrem innersten Wesen nach im disparatesten Gegensatz zu einander befinden. Schlimm genug, daß böswillige Partetbestrebungen diese Gedankenlosigkeit einer bequemen £)* erflächlichkeit benutzen, ihnen Misliebiges durch die augenblickliche parole dujonr zu brandmarken. Was sich seiner Wahrheit unb Reinheit bewußt ist, wird sich weder durch das Eine noch durch das Andere beirren lassen. Was vor Allem wie das Zudenthum so ganz ein Wesen eigener Art ist, das keiner andern Erscheinung zuzugesellen ist, und gerade in dem ihm äußerlich Verwandten seinen entschiedensten Gegensatz