Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1858)
- Article
- Dr. Barclay: "Die Stadt des großen Königs"
- Date
- 1858-10-01
- Page
- 43 (sequence 2)
- Language
- German
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von vr. M. Hirsch. 43 stets auf Autopsie beruhen und das inmitten einer feindlichen oder doch stets im höchsten Grade mißtrauischen Bevölkerung in die Wage fällt, liegt auf der Hand. Dr. Barclay war jedoch auch sonst durch eine Reihe von Zufällen außerordentlich vom Glücke begünstigt, die er in der gewissenhaftesten Weise verwerthet hat. Der folgenreichste war offenbar folgender. ' ״ Bekanntlich erhebt sich auf der verödeten ״Stätte unseres Heiligthums" die Moschee Omars, zu der wie zu der ganzen Tempelarea, dem ״Haram esch Scherif" (— ״Hauptheiligthum") den Christen wie den Juden der Zutritt aufs Strengste-versagt ist. Somit war bisher gerade die Stätte, der ׳ von . .jeher das höchste Interesse zugewandt war, ..!dem! Anblick und der Forschung der Ungläubigen entzogen. Dem .׳Verwegenen, ׳der den Versuch dorthin vorzudringen dennoch wagte, drohte fast׳ sicherer Tod. Selbst die Erlaubniß der türkischen Behörden. würde ihn nicht vor den Steinen und Keulen der in ihrem religiösen Gefühle verletzten Bevölkerung zu schützen vermögen. . So wurde ein - bekannter Arzt, der noch dazu einen der höchsten Beamten .des׳ Haram! behandelte, als er eines Tages zufällig den Mauern zu nahe/ kam, in so nachdrücklicher Weise aus seinen Gedanken gestört, daß er mehrere Wochen in Lebensgefahr schwebte. (Seite 471) Dr. Barclay theilt uns höchst ergötzliche Berichte mit von früheren Versuchen seiner Freunde in die geheiligten , inneren Räume zu dringen, die dann schließlich trotz der grotesken Verkleidung (in . der Regel verwandelteu sich nämlich wohlbeleibte - amerikanische Gentlemen in züchtige Töchter des Propheten) mißglückten. Auch er hatte vor 4 Jahren, als Effendi verkleidet, während des Ramadan's unter dem Schutze eines hochgestellten Beamten die äußere Mauer bereits hinter sich, als er durch die Habgier seines Führers zu rascher Flucht genöthigt ward. Er sollte jedoch bald reich entschädigt werden. An der Moschee waren Reparaturen nothwendig geworden, die unter der Leitung eines zu diesem Behufe aus Konstantinopel hingeschickten Architekten des Sultansvorgenommen werden . sollten. Dieser wird krank; Dr. Barclay hat das Glück ihn zu heilen. ׳ ׳ Thetls aus Dankbarkeit, theils aber anch weil er die mathematischen Kenntnisse De. Barclay's schätzen gelernt hatte, vor allem aber wohl weil er sich einiger werthvollen Jnstrnmente desselben zu. bedienen?.gedachte,