Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 12 (September 1858)
- Article
- Eine assyrische Inschrift über den Wiederaufbau des Thurmes von Babel
- Date
- 1858-09-01
- Page
- 639 (sequence 1)
- Language
- German
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Eine üjsyrWe Inschrift über den Wiederaufbau des Thurmes mn Sabel. Hr. Julius Oppert hat tm vorigen Jahrgang des Journal Asiatique (Febr. bis Sept.) nach und nach in einzelnen Paragraphen die Jufchrist von Borsippa übersetzt. Diese Inschrift ist in assyrischer Sprache gegeben, und darunter versteht der große Orientalist ״jene semitische Mundart, in welcher die Inschriften von Ninive und Babylvn, so wie die dritte Art der dreisprachigen Inschriften der AchämeNiden verfaßt sind." Die Schreibart ist eine keilförmige, und sie wurde nach folgenden Grundsätzen von Oppert zum ersten Male entziffert. Die Erftitder der Keilschrift waren Turanter, die Zeichen selbst waren ursprünglich Hieroglyphen, die einen bestimmten Gegenftand und den herrschenden Ton tm Worte für den bezeichneten Gegenstand darstellten. Das hieroglyphtsche Bild, welches anfangs nur ein bestimmtes Objekt bezetchnete, erhielt später symbolische Bezetchnung, und stellte dann den Ton des Symbols dar. Die Erfindüng der Keilschrift ging dann von turantschen Völkern über auf die semitischen Assyrier. Diese behielten den sinnbildlichen und den Sylbenwerth der turanischen Tonzeichen bei, mußten aber für die ihnen eigenthümlichcn Sprachtöne neue Zeichen erfinden. So sei es geschehen, daß dieselben Zeichen verschiedenen Sylbenwerth besitzen konnten. Bisweilen begegnet man sogenannten stummen (aphones) Zeichen, die nur andeuten, daß das nachfolgende Wort eine gewisse