Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 12 (September 1858)
- Article
- Aus Norddeutschland
- Date
- 1858-09-01
- Page
- 634 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus U n. Versuchte ich es in meinem ersten Artikel, den Leser zurück zu unserer Vergangenheit zu führen, so sei es mir heute gestattet, ein? Bild der Zukunft, wie die Gegenwart es uns malt, hier vor ihm! auszurollen. Die Erscheinungen der Gegenwart selbst verdienen ja : nur dann ernste Würdigung, wenn sie nicht nur für den Augenblick, für eine kurze Spanne Zeit wirken, sondern auch eine spätere Zukunft ihren Einfluß noch verspürt; sie verdienen ja nur in so fern, beachtet und verfolgt zu werden, als sie in sich den Samen und den; Keim des Werdenden bergen; die Gegenwart selbst kann uns nicht genügen und uns befriedigen, wenn wir schon das Nahen einer Zukunft ahnen oder sehen, die das Bestehende ändert und stürzt. Fragen wir daher nach dem Zustand unserer Gemeinden, so dürfen wir nicht zu den Greisen gehen, die wie die Ruinen einer entschwundcnen Zeit in die Gegenwart hineinragen; nicht zu den Männern, die noch im alten Geiste auferzogeu und herangebildet; nicht zu den Frauen, die unbekannt mit dem sind, was man heut zu Tage ״Bildüng und Gesittung" nennt: sondern an die Jünglinge und Jungfrauen, an die Kinder und Säuglinge, denen die Zukunft gehört, müssen wir uns wenden. Daß wir aber nicht irre gehen und falsch urtheilen — dafür hat die Gegenwart gesorgt, dem; schon sehen wir jene Früchte reisen,